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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© Markus Dillmann, ZDF (4) Lupe
Ohne Schal geht gar nichts bei der Berlinale: Monika Sandhack, Kulturzeit-Redaktionsleitung (ARD)
7 Fragen an Monika Sandhack ...
Kulturzeit-KollegInnen ziehen Berlinale-Bilanz
Die Berlinale 2016 neigt sich dem Ende entgegen. Am 20. Februar 2016 werden die Bären verliehen und der Film-Marathon ist erst mal wieder vorbei. Wir haben unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort um eine kurze Bilanz gebeten.
Wie viele Filme hast Du auf dieser Berlinale gesehen?
Ich habe bislang zwölf Filme gesehen, war aber nur bis zum Wochenende in Berlin und bin jetzt zum Abschluss wieder da.

Was war die stärkste Leistung?
Stark und überzeugend finde ich die dokumentarische Erzählung "Fuocoammare" von Gianfranco Rosi: Gegen unspektakuläre, oft auch komische Alltagsszenen der Inselbewohner setzt die Regie Bilder der ankommenden Flüchtlinge. Das Besondere an dieser Dokumentation, die sich wie ein Spielfilm anfühlt, ist, dass sie sich jeglichen Kommentars enthält. Die Lakonie der kleinen, aber bewegenden Momente und Geschichten spricht für sich. Trotz des Elends entsteht eine Poesie der Bilder: berührend, von getragen-melancholischer Schönheit und rau wie die Landschaft Lampedusas.

Und das französische Autorenkino lebt: Sowohl Isabelle Huppert in L’Avenir spielt wunderbar eine linksbürgerliche Intellektuelle, die im Spätsommer ihres Lebens auf sich allein gestellt ist - und der Regisseur André Techiné zeigt in seinem Wettbewerbsbeitrag elegisch beeindruckende Szenen, in denen die Protagonisten mit ihren Erlebnissen zwischen Glück und Trauer, zwischen Wut und Liebe dahingleiten, dass es eine Lust beim Zuschauen ist.

Was hat Dich enttäuscht?
Enttäuscht hat der US-Regisseur Jeff Nichols mit seinem Film "Midnight Special", in dem er ein beängstigendes Zukunfts-Szenario entwirft, das zwar in starken Bildern über Abhängigkeit und Kontrollverlust erzählt, aber düster vordergründig und bis zum Ende rätselhaft bleibt. Das ist zu wenig für einen Film, der Vorbote einer nahen Zukunft sein will.

Ein besonderer Moment dieser Berlinale?
Ein besonderen Moment habe ich beim Flanieren in der Nähe des Berlinale-Palastes erlebt. Ich glaubte, Johnny Depp entdeckt zu haben: Ganz in Schwarz gekleidet, mit Hut, erhaben, mit leichtem Schmunzeln, schlenderte er in Begleitung direkt an mir vorbei. Und ich dachte: Da will doch jemand unbedingt auffallen, da ist jemand einfach in das Outfit von Johnny Depp geschlüpft. Ich blieb stehen und wollte beinahe einen Spruch machen, ließ es aber sein. Und später erfuhr ich dann: Johnny Depp hat Interviews gegeben. Er war es also selbst. Wer hätte das gedacht. Ich jedenfalls nicht!

Ein lustiger Moment dieser Berlinale?
Lustig habe ich den Auftritt von George Clooney bei der Pressekonferenz empfunden. Auf eine zu lange Frage einer Journalistin antwortete er schlicht: Wollen Sie etwa mit mir flirten? ... Ja, wer will das nicht?! Dumme Frage.

Was bleibt von der 66. Berlinale hängen?
In Erinnerung bleibt mir die Coen-Brüder: zwei verschrobene, inzwischen in die Jahre gekommene Gestalten, stoisch ihrer Anmutung, mit unbeweglicher Miene, hin und wieder brechen sie in schallendes Gelächter aus. Manchmal antwortet keiner von beiden auf die immer falsch gestellten Fragen, manchmal sprechen beide gleichzeitig in einem wirren Durcheinander. Was für eine Liebeserklärung ans Filmemachen, ja ans Kino überhaupt!

Der wichtigste Tipp, um auch die 67. Berlinale zu überleben?
Viel Wasser trinken.

Sendedaten
"Kulturzeit extra: Berlinale 2016 - die Filme, die Stars, die Bären"
Sonntag, 21.02.2016
22.15 Uhr in 3sat
Die 66. Berlinale in 3sat
66. Berlinale 2016
3sat auf den Filmfestspielen Berlin