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© dpa
1993 erhielt Toni Morrison als erste Afroamerikanerin den Literaturnobelpreis.
Die Chronistin der Schwarzen
Toni Morrison zum 85. Geburtstag
Seit Jahrzehnten klagt die wortgewaltige Schriftstellerin Toni Morrison den Rassismus in den USA an. Das brachte ihr den Titel "Gewissen Amerikas" und 1993 den Literaturnobelpreis ein, als erster Afroamerikanerin überhaupt. Ihre Mahnungen sind heute dringlicher denn je. Am 18. Februar 2016 wird Toni Morrison 85 Jahre alt - und schreibt weiter, so politisch wie von Anfang an.

Kind einer Arbeiterfamilie
Toni Morrison, alias Chloe Wofford, wurde 1931 als eines von vier Kindern einer schwarzen Arbeiterfamilie in der Kleinstadt Lorain im US-Bundesstaat Ohio geboren. Nach ihrer Schulzeit studierte sie Geisteswissenschaften in Washington und arbeitete als Lektorin in einem großen Verlagshaus. Ihren ersten Roman schrieb die die damals 39-jährige geschiedene Mutter zweier kleiner Söhne frühmorgens, noch bevor sie zur Arbeit ging. "Sehr blaue Augen" ist eine Geschichte über die Wut der Schwarzen auf die Weißen - zugleich thematisiert Morrison den Hass der Schwarzen auf sich selbst. In ihrem 1987 erschienenen Roman "Menschenkind" erzählt sie das Schicksal einer geschundenen Sklavin, die eines ihrer Kinder tötet, damit es von der Marter der Sklaverei verschont bleibt. Für dieses Buch erhielt Morrison den Pulitzer-Preis.


Morrison: "Beim Schreiben bin ich frei"
Nebenbei lehrte Morrison an der Eliteuniversität Princeton kreatives Schreiben. Vor allem wegen ihrer nachlassenden Gesundheit - sie ist inzwischen auf den Rollstuhl angewiesen - hat sie sich davon zurückgezogen. 2010 traf sie mit dem Krebstod einer ihrer beiden Söhne zudem ein schwerer Schicksalsschlag, den sie, wie sie sagt, bis heute nicht verwunden hat. Schreiben aber will sie weiterhin, nur nicht ihre Autobiografie, das sei zu langweilig, sagte sie in einem Interview. 2015 erschien ihr Roman "God Help the Child", der in den USA gefeiert wurde, und derzeit sitzt sie schon wieder am nächsten. "Beim Schreiben bin ich frei von Schmerzen", sagte die Nobelpreisträgerin und enge Freundin von US-Präsident Barack Obama dem Radiosender NPR. "Das ist der Ort, an dem ich lebe, an dem ich die Kontrolle habe, wo niemand mir sagt, was ich machen soll, wo meine Kreativität fruchtbar ist und ich am allerbesten bin."

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