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© dpa Lupe
Die Ausstellung "Kunst aus dem Holocaust" geht auf eine Initiative von "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann zurück.
"Funken der Humanität"
Kunstwerke aus dem Holocaust in Berlin
In Berlin sind erstmals in Deutschland 100 Kunstwerke aus der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem zu sehen. Die Ausstellung "Kunst aus dem Holocaust" zeigt Bilder, die heimlich von Insassen der Konzentrationslager und Ghettos gemacht wurden.
Es seien "Funken der Humanität inmitten der grausamsten Verbrechen", erklärte der Vorsitzende der Gedenkstätte Yad Vashem, Avner Shalev. Die überwiegend grafischen Blätter aus den Jahren 1939 bis 1945 dokumentieren die Grausamkeiten, die die Insassen zu ertragen hatten, und zeigen zugleich ihre Flucht in Kunst und Fantasie.

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Neben größtenteils unbekannten Namen sind auch berühmte wie der 1944 in Auschwitz-Birkenau verstorbene Felix Nussbaum unter den ausgestellten Künstlern. "Der Flüchtling" heißt sein Ölgemälde von 1939, dessen Thematik von schmerzvoller Aktualität ist. Der später in Auschwitz ermordete deutsch-jüdische Maler  schuf es während seines Exils in Belgien. © apLupe
Nelly Toll ist die einzige Künstlerin der Ausstellung, die 71 Jahre nach Kriegsende noch am Leben ist. © dpaLupe
Sie träumte sich ans Klavier im Elternhaus oder malte, wie zwei Mädchen in bunten Sommerkleidern über eine Wiese laufen: Nelly Toll malte die Szenen mit acht Jahren. Sie werde oft gefragt, ob sie Zeichenunterricht bekommen oder besonderes Talent habe, erzählt Toll. Aber sie habe einfach sehr viel Zeit gehabt. Sie versteckte sich damals mit ihrer Mutter in einer kleinen Kammer. "Die Charaktere auf dem Papier wurden meine Freunde", sagt die heutige Kunstprofessorin.  © zb bildfunkLupe

 

"Die Bilder sind Ausdruck einer tiefen Überzeugung: Ihr könnt uns demütigen, ihr könnt uns bestialisch vernichten. Aber eines könnt ihr nicht: unsere Seele haben." Die Seele bleibe - jenseits von Stil, Thema oder künstlerischer Professionalität - in den Werken präsent, erklärt Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur. Noch nie habe die israelische Gedenkstätte Yad Vashem so viele ihrer Kunstwerke außerhalb Israels gezeigt, sagt Avner Shalev. Mit der Kunst sei es möglich, etwas von der Kraft und dem Leiden der Menschen zu spüren, zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung der Schau berührt. "Die Bilder zeigen uns einen Alltag jenseits der Alltäglichkeit."

Ausstellung
© dpaLupe"Kunst aus dem Holocaust. 100 Werke aus der Gedenkstätte Yad Vashem"
Deutsches Historisches Museum, Berlin
26.01. bis 03.04.2016