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© dpa Lupe
Liya Yu, die Tochter eines chinesisch-deutschen Unternehmers, hat Frank Peter Zimmermann am 15. Januar 2016 eine Stradivari überreicht.
Meine Geige, deine Geige ...
Zimmermann und seine Stradivari(s)
Zwölfeinhalb Jahre lang spielte Frank Peter Zimmermann seine berühmte Stradivari "Lady Inchiquin". Dann musste er das geliebte Instrument an deren Besitzer, den Finanzdienstleister Portigon AG, zurückgeben. Nun hat der Geiger ein neues Instrumentenjuwel: eine "Général Dupont, Grumiaux" aus dem Jahr 1727. Die millionenteure Violine ist die Leihgabe eines deutsch-chinesischen Unternehmers. Doch auch um die gibt es direkt Wirbel.
Für seinen großen Auftritt mit seiner neuen Stradivari hatte sich Zimmermann die Berliner Philharmonie ausgesucht: Bei der deutschen Erstaufführung des "Konzerts für Violine und Orchester Nr. 2" von Magnus Lindberg am 21. Januar 2016 stellte er seine Neue, die "Général Dupont, Grumiaux", vor. Der finnische Komponist habe sein Werk Zimmermann persönlich gewidmet, sagte Zimmermanns Managerin Anja Rauschardt. Man kann nur erahnen, was dieses Konzert mit der neuen Stradivari für den Stargeiger bedeutet - wenn man bedenkt, welch langwierige Diskussion um seine "alte" Violine hinter ihm liegt.

Schauen wir kurz zurück: Lange hatte Zimmermann darum gerungen, seine große Liebe, die "Lady Inchiquin", die er seit 2002 gespielt hatte, zu behalten. Den Leihvertrag für die Violine hatte er einst mit der Landesbank WestLB abgeschlossen. Nach dem Auslaufen des Vertrags am 22. Februar 2015 konnte sich Zimmermann jedoch nicht mit deren Nachfolger, der Portigon AG, einigen. Lange ging es hin und her, ein Kauf scheiterte, Zimmermann musste sich am Ende schweren Herzens von seiner Violine trennen (siehe graue Leiste: Hintergrund).


Im Januar 2016 nun überreichte ihm Liya Yu, die Tochter eines chinesisch-deutschen Unternehmers, in New York eine neue millionenteure Stradivari. Doch auch um die gibt es derzeit einige Verwirrung: Die Musikerin Jennifer Koh hatte Anfang Januar 2016 bei der Bundespolizei angegeben, die "Général Dupont, Grumiaux" in einem Zug auf der Strecke Mannheim/Saarbrücken vergessen zu haben. Die Polizei konnte das Instrument wiederbeschaffen. Die dpa hatte damals über den Fall berichtet. Nach Angaben von Zimmermanns Managerin kann es sich bei dem Vorfall jedoch nicht um die "Général Dupont, Grumiaux" gehandelt haben. Zwar habe Koh das Instrument aus der Werkstatt des italienischen Geigenbauers Antonio Stradivari vor einigen Jahren schon einmal gespielt, doch seit Ende 2015 befinde sich die Geige in den Händen von Zimmermann, so Rauschardt.

Koh selbst hat dazu bisher noch keine Angaben gemacht. Ihre Managerin Katharina Ronnefeld hatte am 21. Januar 2016 erklärt, sie werde die Geigerin, die derzeit in den USA sei, zu den unterschiedlichen Angaben befragen. Die Bundespolizei bleibt weiter dabei, dass die Musikerin damals von der "Général Dupont, Grumiaux" sprach. Sie habe Namen und Wert des Instruments auf einen Zettel geschrieben, sagte Dieter Schwan von der Bundespolizeiinspektion im saarländischen Bexbach. Ungeachtet dessen hatte Zimmermann am 21. Januar 2016 in der Berliner Philharmonie seinen großen Auftritt.

Musik
Liebste "Lady Inchiquin"
Die Geschichte einer berühmten Stradivari (09.03.2015)