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© AP Lupe
"Frey war der Funke, der Mann mit den Ideen", sagt Band-Mitbegründer Don Henley.
"Mr. Hotel California"
Eagles-Mitgründer Glenn Frey ist tot
"Hotel California", "Take It To The Limit" oder "Lyin' Eyes" - der warme melodiöse Sound der Eagles wurde in den 1970er Jahren zum Inbegriff des California Rock. Nun trauern die Band und Fans weltweit um ihren Mitbegründer und Gitarristen Glenn Frey. Am 18. Januar 2016 ist er im Alter von 67 Jahren in New York gestorben.
"Glenn kämpfte in den vergangenen Wochen einen mutigen Kampf, aber er erlag traurigerweise den Komplikationen einer rheumatoiden Arthritis, einer akuten Dickdarmentzündung und einer Lungenentzündung", teilten die Eagles am 18. Januar 2016 auf ihrer Internetseite mit. "Worte können weder die Trauer noch die Liebe und den Respekt für all das ausdrücken, was er uns, seiner Familie, der Musikgemeinde und Millionen Fans weltweit gegeben hat." Auch zahlreiche Stars zeigten sich bestürzt über Freys Tod.

"Wir haben heute einen der größten Songschreiber aller Zeiten verloren", schrieb der Sänger und Schauspieler Justin Timberlake bei Twitter. "Meine Mutter hat mir früher auf dem Weg zur Grundschule Eagles-Platten vorgespielt." Zahlreiche weitere Musiker verschiedener Generationen drückten in den sozialen Medien Trauer und Bewunderung für Frey aus. Etwa Carole King, Huey Lewis, Sheryl Crow, Meat Loaf, Paul Stanley (Kiss), Ryan Adams und die Boygruppe One Direction.

2015 war noch ein wichtiges Jahr für die Eagles gewesen: Im Juli hatte die Band ihre "History of the Eagles Tour" beendet, als Frey sein letztes Konzert in Los Angeles spielte. Im Dezember hätten die Eagles den renommierten Preis des Kennedy Center in Washington D.C. empfangen sollen, konnten wegen Freys gesundheitlichem Zustand aber nicht teilnehmen. Die Preisverleihung wurde auf ein Jahr später verschoben, damit alle vier Mitglieder der Eagles teilnehmen können - für Glenn Frey kam das zu spät.

Vorzeigeband des California Rock
© dpa Lupe
Mit "Take It Easy" hatten sie ihren Durchbruch: die Eagles.
1971 gründeten sich die Eagles ursprünglich als Begleitband für die Country-Rock-Sängerin Linda Ronstadt. Ihren großen Durchbruch hatten sie mit dem Song "Take It Easy", in dem Frey als Leadsänger zu hören ist. Schon bald wurden sie immer berühmter. Die Eagles schwangen sich mit ihrem melodiösem Sound rasch zur Vorzeigeband des California Rock auf - obwohl ironischerweise keines der Bandglieder aus Kalifornien kam. Zwar schmähten Kritiker ihre Musik mitunter als seicht und einfallslos, doch stieß die Mischung aus weichen Balladen, Macho-Rock und Einflüssen aus Pop, Folk und Country bei vielen Menschen auf offene Ohren.

Eine Greatest-Hits-Sammlung und die Platte "Hotel California", beide in den 1970er erschienen, gingen mehr als 20 Millionen Mal über die Ladentische und gehören noch immer zu den am meisten verkauften Alben überhaupt. Zu ihren größten Hits gehören "The Best of My Love", "Desperado", "One of These Nights", "Life in The Fast Lane" und "The Long Run". Insgesamt sechs Grammys erhielten die Eagles im Laufe der Jahrzehnte - von dem Preis für das Album des Jahres für "Hotel California" 1977 bis zum Preis für die beste Pop-Instrumental-Darbietung für "I Dreamed There Was No War" im Jahr 2008. 1998 wurden die Eagles in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Streit & Versöhnung
Mit seinen Eagles-Kollegen harmonierte Frey auf der Bühne zwar gut, abseits gab es jedoch oft Streit in der Band. Leadon und Meisner stiegen nach Auseinandersetzungen mit dem Sänger aus. Doch auch Gitarrist Don Felder, der 1974 zur Gruppe stieß, lieferte sich später eine Justizschlacht mit den Eagles. 2001 wurde er im Streit ums Geld aus der Band geworfen. Auch zwischen dem impulsiven Frey und dem eher nachdenklichen Henley, dem gefeierten Songwriter-Duo der Eagles, kriselte es. Ihr Zerwürfnis galt als Hauptgrund für die Auflösung der Band 1980. Henley hatte eigentlich geschworen, dass es erst zu einer Reunion käme, wenn die "Hölle zufrieren" würde. 1994 taten sich die Eagles dann doch wieder zusammen - und brachten im selben Jahr ein Live-Album mit dem sinnigen Titel "Hell Freezes Over" heraus. Frey war auch als Solomusiker erfolgreich. Zu seinen Hits zählten "The Heat Is On" und "Smuggler's Blues".

Henley würdigte seinen verstorbenen Bandkollegen. "Die Bande, die wir vor 45 Jahren schmiedeten, ist nie zerbrochen, selbst während der 14 Jahre, in denen die Eagles geschieden waren", sagte er. "Glenn war derjenige, der alles in Gang setzte. Er war die Zündkerze, der Mann mit dem Plan. Er hatte ein enzyklopädisches Wissen über Popmusik und eine Arbeitsethik, die nie aufgab. Er war lustig, dickköpfig, launig, großzügig, zutiefst talentiert und getrieben."

ARD-Mediathek
© dpaEagles-Mitgründer tot: Glenn Frey im Alter von 67 Jahren gestorben
"Tagesschau"-Beitrag (19.01.2015)
Zur Person
© dpaLupeGlenn Frey

Am 6. November 1948 wurde Glenn Frey in Detroit geboren und wuchs in den Vororten der Großstadt im US-Staat Michigan auf. Schon als Teenager spielte er in Bands. Die Eagles hob Frey Anfang der 1970er Jahre mit Schlagzeuger Don Henley aus der Taufe, mit von der Partie waren Gitarrist Bernie Leadon und Randy Meisner am Bass.

Das Quartett versuchte früh, in der Musikszene von Los Angeles Fuß zu fassen. Frey stach aus der Band durch sein Charisma heraus. Als sein Markenzeichen galten sein markantes Kinn, sein breites Grinsen, seine wellige Haartolle, seine unverblümte Art und seine Liebe zum Lifestyle des Rock'n'Roll.