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© AP Lupe
Nicht nur als Architekt, sondern indirekt auch als Klimaschützer mit sozialer Verantwortung hebt sich Alejandro Aravena vom Rest des Felds ab.
Nachhaltig und innovativ
Pritzker-Preis an Alejandro Aravena aus Chile
Noch nie hat ein Architekt aus Chile den renommierten Pritzker-Preis gewonnen. Aber jetzt: Der 48-jährige Alejandro Aravena wird am 4. April 2016 mit dem "Nobelpreis" für Architekten geehrt. Ein Klimaschützer mit sozialer Verantwortung, der selbst einmal Mitglied der Pritzker-Preis-Jury war.
Der in Santiago lebende 48-Jährige "vertiefe unser Verständnis von wahrhaft großartigem Design", kommentierte Stiftungs-Präsident Tom Pritzker die Entscheidung der Jury am 13. Januar 2016. "Seine Arbeit verschafft den weniger Privilegierten wirtschaftliche Chancen, lindert die Auswirkungen von Naturkatastrophen, verringert den Energieverbrauch und bietet einladenden öffentlichen Raum."


In einem Interview, aus dem die "New York Times" zitiert, sagte Alejandro Avena, er sei nicht daran interessiert, Ikonen zu bauen, vielmehr interessiere ihn der Zweck eines Gebäudes. "Manchmal ist ein wirtschaftliches Gebäude die Lösung, manchmal muss man sich einfach vorstellen können, was die Menschen von der Architektur erwarten." Die Herausforderung sei, ganz nüchtern zu analysieren, was gefordert ist.

"Menschlich und einladend"
Aravenas wohl bekannteste Bauten liegen auf dem Campus der Katholischen Universität von Chile in Santiago, an der er selbst studierte. Dazu gehört das UC Innovation Center, ein 14 Stockwerke hoher, würfelhaft wirkender Zement-Monolith mit großen Öffnungen in der Fassade. Durch den natürlichen Luftstrom wurden die Energiekosten um zwei Drittel verringert. "Der aus der Ferne kraftvolle Bau ist bemerkenswert menschlich und einladend. Durch eine Umkehrung des Herkömmlichen ist das Gebäude außen eine blickdichte Zementstruktur und hat innen einen lichtdurchfluteten Hof", urteilte die Jury.

Auch Aravenas Siamesische Türme und Gebäude der Fakuläten für Medizin, Architektur und Mathematik sind energieeffizient gebaut. Derzeit entsteht im chinesischen Shanghai Aravenas Bürogebäude für den Pharmakonzern Novartis. Sein Architekturbüro, das vor allem in Chile arbeitet, hat zudem mehr als 2500 Sozialwohnungen gebaut. All seine Arbeiten beginnt er der Pritzker-Jury zufolge mit frischem Blick und ohne vorgegebene Ideen oder Formen. Der Preis soll im UN-Hauptquartier in New York verliehen werden. 2016 wird Aravena zudem die Architektur-Biennale von Venedig leiten. Wir gratulieren!

Porträt
Organische Bauten
Frei Otto wird mit dem Pritzker-Preis geehrt (2015)
ARD-Mediathek
© AP"Der pragmatische Utopist"
"ttt"-Beitrag (14.03.2016)
Hintergrund
Pritzker-Preis
Der Pritzker-Preis gilt als die renommierteste Auszeichnung für Architekten. Der nach seinem Stifter - dem US-Unternehmer Jay A. Pritzker (1922-1999) - benannte Preis wird seit 1979 verliehen und ist mit 100.000 Dollar (etwa 94.000 Euro) dotiert.

Die oft als "Nobelpreis für Architektur" bezeichnete Ehrung soll Architekten auszeichnen, die "Talent, Vision und Einsatz" gezeigt haben und "bedeutende Beiträge zur Menschheit und zur gebauten Umwelt" geleistet haben. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören unter anderem die Schweizer Jacques Herzog und Pierre de Meuron, der Niederländer Rem Koolhaas, der Brite Norman Foster, der Italiener Renzo Piano sowie der Japaner Shigeru Ban.

(Quelle: dpa)