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© dpa Lupe
Der Friedensnobelpreis 2015 geht an das tunesische Quartett für den nationalen Dialog.
Ehrung des Dialogs
Friedensnobelpreis an Dialogquartett Tunesiens
Für seine Verdienste um die Demokratie in Tunesien bekommt das tunesische Quartett für den nationalen Dialog der Friedensnobelpreis 2015 in Oslo verliehen. Die Auszeichnung gebühre den Opfern des Aufstands und der Anschläge, den Frauen und der Jugend Tunesiens, den politischen Parteien und dem gesamten Volk, sagte der ausgezeichnete Generalsekretär des tunesischen Gewerkschaftsbundes (UGTT), Houcine Abassi.
Das Quartett - bestehend aus Gewerkschaftsverband (UGTT), Arbeitgeberverband (UTICA), Menschenrechtsliga (LTDH) und Anwaltskammer - habe einen alternativen friedlichen politischen Prozess angestoßen, als das Land am Rand einer Bürgerkrieges stand.

Streit vor Verleihung
Doch vor der Verleihung am 10. Dezember 2015 sind die Preisträger scheinbar selbst zerstritten. Grund für den Zwist zwischen UGTT und UTICA ist ein seit Wochen andauernder Tarifstreit, in dem beide Seite mit harten Bandagen gekämpft haben: Gewerkschaften forderten im Privatsektor höhere Löhne, Arbeiter streikten. Präsident Béji Caïd Essebsi hatte kurz vor dem Festakt noch versucht, die Wogen zu glätten. "Es ist inakzeptabel, dass beide Seiten nach Oslo reisen, um den Friedensnobelpreis in Empfang zu nehmen, bevor sie sich geeinigt haben", sagte er in einer Fernsehansprache.

Die Auseinandersetzung ist nur ein Schauplatz der schweren Wirtschaftskrise, in der das Land steckt, und die den Tunesiern zunehmend die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nimmt. Nur durch einen Aufschwung könne die junge Demokratie gefestigt werden, mahnt der Chef der deutsch-tunesischen Handelskammer, Martin Henkelmann. "Die Armut in unserem Land ist die Ursache des Übels", sagt Abdessattar ben Moussa von der tunesischen Menschenrechtsliga. "Deshalb flüchten die Menschen in ein besseres Leben."

Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste Auszeichnung für Verdienste um Abrüstung, Friedenssicherung und Menschenrechte. 2015 wurden 273 Kandidaten nominiert, darunter 68 Organisationen. Verliehen wird der mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 850.000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, in Oslo. 2015 hatten sich die Kinderrechtsaktivisten Malala Yousafzai aus Pakistan und Kailash Satyarthi aus Indien den Nobelpreis geteilt.

nano
Die Nobelpreise 2015
Schwerpunkt
Arabische Revolution
Nordafrika und sein Kampf für mehr Demokratie
Kommentar
Das beste Vorbild
Shamshir Haider zum Friedensnobelpreis 2014