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"Kulturzeit extra" widmet sich dem Künstler, dem Menschen und dem politischen Zeitgenossen Valery Gergiev.
Macher und Magier
"Kulturzeit extra" zu Valery Gergiev
Am 17. September 2015 gab Valery Gergiev sein Antrittskonzert als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker - und wurde umjubelt. Ein "Kulturzeit extra: Valery Gergiev - Macher und Magier" widmet sich dem Künstler, dem Menschen und dem politischen Zeitgenossen Gergiev.
Ja, er freue sich sehr auf diese neue Aufgabe, sagt Valery Gergiev dem Filmemacher Reinhold Jaretzky 2015 im "Kulturzeit"-Interview. Dabei darf sich das renommierte Orchester auf einige Neuerungen einstellen, denn traditionelle, sich wiederholende Spielpläne sind nicht Gergievs Sache. "Nein, ich denke, jedes Orchester muss eine spektakuläre Mischung aus Traditionellem, Berühmtem und Unbekanntem finden."

Das Publikum verjüngen
Eine seiner Visionen dabei ist, jüngere Menschen für klassische Musik zu begeistern, sowohl im Publikum, als auch auf der Bühne - ohne das betagtere Publikum, das die Konzertsäle füllt, zu vergraulen. "Da sollen viele, viele junge Leute kommen, die vielleicht sogar zum ersten Mal die Kraft solcher Musik erleben. Aber ich glaube, das will jeder Dirigent. Da bin ich keine Ausnahme."

Für seinen Antritt in München könne er sich kaum ein besseres Werk als Gustav Mahlers "Auferstehungs-Sinfonie" vorstellen, so Gergiev. Ein Werk "auf der Schwelle zwischen zutiefst menschlichen Gefühlen und Religiosität", das eine globale Botschaft mit sich bringe, passend zu München, das eines der kulturellen Zentren Europas sei. Chefdirigent eines bestimmten Orchesters zu werden sei nie sein erklärtes Ziel gewesen, so der Maestro.

"Klar, dass wir sehr hart arbeiten müssen"
"Ich brauche den Luxus, einfach nur Musik machen zu können, und zwar mit Orchestern, die nicht nur sehr gut, sondern zudem in der Lage sind, ihre Tradition an die nächste Generation weiterzugeben, ob nun in Berlin, München, Amsterdam oder anderswo." Doch in München hätten große Meister stets daran gearbeitet, die Philharmoniker zu einem der besten Orchester Europas zu machen. "Und so ist es klar, dass auch wir sehr hart arbeiten müssen."

Zu den großen Qualitäten der Münchner Philharmoniker zähle, dass das Orchester jeweils so stark sei, wie es das jeweilige Werk verlange. "Es hat mir immer wieder bewiesen, dass es sehr schnell begreift und sich nicht in Details verliert." Oft würde ja gesagt, dass bestimmte Komponisten am besten von Orchestern ihres eigenenLandes interpretiert würden. Doch die Münchner Philharmoniker seien beim Spielen von Schostakowitsch förmlich zum russischen Orchester geworden. "Und das ist es, was mich so an München fasziniert."

"Putin räumt Kultur einen großen Stellenwert ein"
Dass Valery Gergiev in Deutschland auch durchaus kritisch gesehen wird aufgrund seiner Nähe zu Präsident Wladimir Putin, war ebenfalls Thema unseres "Kulturzeit"-Interviews. Auf die Frage, warum Putin seiner Ansicht nach gut für Russland sei, antwortete Gergiev, Putin habe 1999, als viele Russen aufgrund des Tschetschenienkrieges und des Terrors den Zerfall des Landes befürchteten, alles wieder zusammengebracht. "Ich weiß nicht, was man in Deutschland darüber denkt", antwortete Gergiev. "Wir reden hier über einen starken Staatsmann, der der Kultur einen großen Stellenwert einräumt."

Es gehe dabei um Museen, Literatur, um die großen musikalischen Traditionen oder Bildung im Allgemeinen. "Und ich bitte darum, meine Worte ernst zu nehmen: Er unterstützt die Kultur in Russland um vieles mehr, als jeder Kulturminister dies tut. Ist das nun richtig oder falsch?" Wenn etwas wirklich sehr vielen Menschen im Lande wichtig sei, dann beschäftige sich auch der Präsident damit. "Darin liegt eine Stärke Putins, dass er solche Dinge versteht und entsprechend handelt. Ich finde das sehr wichtig für das Land."

Sendedaten
"Kulturzeit extra:
Valery Gergiev - Macher und Magier"


Wiederholung:
Samstag, 16.07.2016
um 19.30 Uhr in 3sat

Erstausstrahlung:
Samstag, 19.09.2015
um 22.00 Uhr in 3sat