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Themen am 18.08.2017Navigationselement
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© dpa Lupe
Auch die EU-Kommission zeigt ihre Solidarität mit "Charlie Hebdo" in Brüssel.
Hilfe für "Charlie Hebdo"
Breite Unterstützung für Satiremagazin
Zwei Tage nach dem tödlichen Anschlag auf "Charlie Hebdo" haben Mitarbeiter des Satiremagazins mit der Arbeit an der nächsten Ausgabe begonnen. Die Sonderausgabe soll am 14. Januar mit einer Auflage von einer Million erscheinen. Die Journalisten nutzen dafür Räume der Zeitung "Libération", die sich nur ein paar Straßen entfernt vom Ort des Anschlags entfernt befindet. Solidarität schreibt sich dieser Tage #JeSuisCharlie.
"Wir empfangen sie bei uns, denn sie haben noch nicht einmal mehr einen Stift", sagte Pierre Fraidenraich von "Libération". "Ihre Computer und ihre gesamte Ausrüstung wurden versiegelt." Doch nicht nur französische, auch zahlreiche europäische Medien sprechen der Redaktion von "Charlie Hebdo" nach dem Terroranschlag vom 7. Januar umfassende Unterstützung zu. Die deutsche Buchbranche setzt nach dem Anschlag mit der Internetseite WirSindCharlie.de ein Zeichen für Presse- und Meinungsfreiheit. Zahlreiche Verlage und Buchhandlungen schlossen sich dem Aufruf an.

 

SCHWERPUNKT: Anschlag auf "Charlie Hebdo"
© reuters
Am 7. Januar 2015 drangen bewaffnete Männer in die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris ein und erschossen zwölf Menschen. Die Täter wurden gefasst. Doch die Frage bleibt: Was darf Satire? Ein Kulturzeit-Schwerpunkt ...
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Spendenkonto für die Redaktion
Der Börsenverein richtete zudem ein Spendenkonto für die Redaktion von "Charlie Hebdo" und die Angehörigen der Opfer ein. "Durch Anschläge wie auf das Magazin 'Charlie Hebdo' sollen der freie Geist und die Toleranz vernichtet werden. Doch wir dürfen und wollen unser Recht auf Meinungs- und Pressefreiheitfreiheit nicht aufgeben", heißt es auf der Solidaritätsseite. Deshalb stehe die Branche weltweit immer wieder aufs Neue kompromisslos für die Freiheit des Wortes und des Publizierens ein. "Aufklärung und Information sind wichtiger denn je, damit die Anschläge nicht zum Anlass unreflektierter Propaganda werden."

© Kurt Westergaard Lupe
Kurt Westergaards Unterstützung: der Verkauf der Zeichnung"Free Speech".
Der dänische Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard unterstützt "Charlie Hebdo" mit dem Verkauf einer Zeichnung mit dem Titel "Free Speech" ("Redefreiheit"). Über seine Galerie in Skanderborg vertreibt der 79-Jährige eine neu gedruckte Auflage des Werkes, das 2009 entstanden war. "Ich mache das als Geste für die Kollegen bei 'Charlie Hebdo'", sagte Westergaard dem dänischen Fernsehsender TV2 Østjylland. Er selbst lebt seit dem weltweiten Streit um seine Mohammed-Karikaturen, die 2005 in der Zeitung "Jyllands-Posten" erschienen waren, unter Polizeischutz. Bereits am 8. Januar 2015 hatten weltweit zahlreiche Karikaturisten aus Solidarität Zeichnungen angefertigt. "Natürlich lauert da ein bisschen die Angst", sagte Westergaard der dpa. "Aber damit kann ich gut umgehen. Denn es ist sehr wichtig, dass wir jetzt im Hinblick auf die Meinungsfreiheit nicht anfangen, einzuknicken."

Hintergrund

Mit einem Aktionsabend "Je suis Charlie" will auch das Deutsche Theater Berlin Solidarität mit Frankreich zeigen. "Das Ensemble des Deutschen Theaters möchte mit eigenen Stimmen sein Erschrecken, seine Trauer, seinen Zorn aussprechen", kündigte die Bühne am 9. Januar 2015 an. Mit Texten und Bildern wollen unter anderem die Schauspieler Meike Droste, Margit Bendokat, Susanne Wolff und Bernd Moss am 12. Januar 2015 an die ermordeten Zeichner von "Charlie Hebdo" erinnern.

100.000 Pfund vom "Guardian"
Auch die britische "Guardian"-Mediengruppe hilft: Wie der Chefredakteur der zu der Gruppe gehörenden Zeitung "The Guardian" beim Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, sagte das Unternehmen der Zeitschrift eine Spende von 100.000 Pfund (rund 128.000 Euro) zu. Das Geld solle dazu dienen, "Charlie Hebdo" zu erhalten, schrieb Chefredakteur Alan Rusbridger. Auch der britische Autor Ian McEwan verurteilt den Anschlag auf seiner Website. Das Blutbad in Paris sei eine Tragödie für die freie Welt, schreibt er. McEwan äußert seine Hoffnung, dass die gezeigte generelle Ablehnung der Tat eine vereinende Wirkung auf das französische Volk hat.

Info
  • In den USA haben indes viele große Medien entschieden, die berühmten Karikaturen nicht zu zeigen. "Wegen ihres absichtlich beleidigenden Inhalts", begründet etwa die "New York Times".

Der französische Skandal-Autor Michel Houellebecq setzt wegen des Anschlags auf "Charlie Hebdo" die Werbemaßnahmen für sein neues Buch aus. Er ziehe sich vorübergehend zurück, weil er um seinen getöteten Freund Bernard Maris trauere, teilte sein Agent mit. Der bekannte Wirtschaftsjournalist Maris war wie elf weitere Menschen bei dem Attentat am 7. Januar 2015 in Paris erschossen worden. Houellebecq hatte in den vergangenen Tagen die Werbetrommel für seinen neuen Roman "Soumission" ("Unterwerfung") gerührt. Darin entwirft Houellebecq ein Bild von Frankreich im Jahr 2022, in dem ein muslimischer Präsident die Macht übernommen hat. Die Ausgabe von "Charlie Hebdo" vom Tag des Anschlags hatte eine Karikatur über den Autor auf Seite eins.

Kulturzeit-Gespräch mit ...
© dpaVideo... Klaus Staeck
Grafiker und Präsident der Akademie der Künste, Berlin(08.01.2015)
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