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© Reuters Lupe
Wie kann Technologie dem Menschen dienen?
Wem gehört die Welt?
Ein "Kulturzeit extra" zur Macht im Netz
"Den Leuten ist überhaupt nicht klar, welche Gefahr von Big Data ausgeht", beklagt der Internetpionier Jaron Lanier. Seit Langem warnt er vor der Übermacht von Internetriesen und den Risiken der digitalen Welt für die freie Lebensgestaltung eines jedes Einzelnen. 2014 wird er dafür mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Wir stellen Jaron Lanier vor.
Wie kann Technologie dem Menschen dienen? Diese Frage treibt den Erfinder, Künstler und Komponisten, Internetphilosophen und Technikvisionär immer wieder um. In seinem Buch "Wem gehört die Zukunft?" ruft Lanier dazu auf, wachsam gegenüber Überwachung, Unfreiheit und Datenmissbrauch zu sein. Nicht die Technologie selbst hält Lanier für gefährlich, sondern die Konzentration von Reichtum und Macht in den Händen derjenigen, die über die Netze herrschen.


James Patterson und der US-Buchmarkt
© dpa
James Patterson ist ein Gigant des US-amerikanischen Buchgeschäfts. Das Metier des Bestseller-Autors ist der Krimi. Patterson beschäftigt Helfer und veröffentlicht seine Bücher in schneller Folge. Patterson ist zudem ein Förderer unabhängiger Buchhandlungen, der nicht nur gegen Vertriebs- und Konzentrationsbestrebungen von Amazon protestiert, sondern auch einen Teil seines Geldes für "gute Zwecke" wieder hergibt, in seinem Fall für eine Stiftung zugunsten unabhängiger Buchhandlungen, die in den USA früher und schlimmer unter Druck geraten sind als etwa in Deutschland.
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George Dyson und der Ursprung des Digitalen
© AP
"Facebook sagt mir, wer ich bin; Amazon sagt mir, was ich will; Google sagt mir, was ich denke", schrieb der Internet-Vordenker George Dyson. Doch wie determiniert und durchgerechnet ist der Mensch tatsächlich? In seinem neuen Buch "Turings Kathedrale" spürt George Dyson den Anfängen des Digitalen nach. Er zeichnet den Strang der Ereignisse nach, die zum Bau des frei programmierbaren Digitalcomputers am Institute for Advanced Study (IAS) in Princeton führten. Dyson beschreibt beispielsweise, wie sich das digitale Rechnen als primäres Abstraktionswerkzeug von Wissenschaft, Wirtschaft und Militär und damit als Grundlage der neuen Herrschaftstechnik etabliert hat.
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Unsere Gäste

Jaron Lanier
© dpa / insightfoto.com
Der designierte Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2014 gibt Kulturzeit in San Francisco eines seiner raren Interviews. Lanier war in den 1980er Jahren der Guru der "Virtual Reality". Mit seiner Firma entwickelte er Technologien, um Wirklichkeit zu simulieren. Er erdachte die ersten Avatare, grafische Stellvertreter eines Users. Vom Pionier wurde Lanier zunehmend zum Fortschrittskritiker, warnt mittlerweile in seinen Büchern vor Totalüberwachung und Hyperarbeitslosigkeit. Lanier lehrt an verschiedenen Universitäten, ist aber auch Komponist und Pianist, entwirft selbst Instrumente, die er in seinen Performances nutzt - eine vielschichtige Persönlichkeit. Jaron Laniers Thesen diskutiert Moderatorin Andrea Meier zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse mit ihren Studiogästen Thomas Hettche und Yvonne Hofstetter.
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Thomas Hettche
© dpa
"Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei, und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr", heißt es in einer Petition gegen Massenüberwachung, die der Schriftsteller Thomas Hettche im Dezember 2013 mit unterzeichnet hat. Zusammen mit Jana Hensel startete er 1999 das Online-Projekt "Null", ein Experiment zu den Auswirkungen des Internets auf die Literatur. "Mit seinem aktuellen Buch "Pfaueninsel" (Kiepenheuer & Witsch) stand Thomas Hettche auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, der am 6. Oktober 2014 in Frankfurt am Main verliehen wurde. Thomas Hettche hat den Buchpreis zwar nicht bekommen, ist aber vor Kurzem mit dem Wilhelm-Raabe-Preis geehrt worden. Schon sein virtuoses Debüt "Ludwig muss sterben" hatte für großes Aufsehen bei der Kritik gesorgt, seinen größten internationalen Erfolg erzielte er jedoch mit dem konventionelleren Kriminalroman "Der Fall Arbogast". Thomas Hettche ist zudem Gast am 3sat-Stand auf der Frankfurter Buchmesse: am Donnerstag, 09.10.2014, ab 12.30 Uhr.
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Yvonne Hofstetter
© ZDF
Yvonne Hofstetter ist Geschäftsführerin von Teramark Technologies und auf Techniken zur Auswertung großer Datenmengen mit sich selbst verbessernden Maschinen spezialisiert. Im Herbst 2014 erscheint ihr Buch "Sie wissen alles" (C. Bertelsmann). Hofstetter hat begonnen die Technolgien zu hinterfragen, die ihre Firma entwickelt - Algorithmen, Handlungsanweisungen für Computer, die Handlungen von Börsen, Banken, Versicherungen oder Militärtechnik optimieren. Was sie zur Kritikerin werden ließ, ist die Ausweitung dieser Techniken der Optimierung in die Privatwirtschaft und die Geheimdienste. "Wenn alles gespeichert ist, gibt es keine Vergangenheit mehr", so Hofstetter. Auch Yvonne Hofstetter begrüßen wir als Gast am 3sat-Stand auf der Frankfurter Buchmesse: am Samstag, 11.10.2014, ab 10.00 Uhr.
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Sendedaten
"Kulturzeit extra: Wem gehört die Welt? Die Macht im Netz"
Dienstag, 07.10.2014
um 19.20 Uhr in 3sat
Hintergrund
Der mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis der Deutschen Buchhandels wird seit 1950 vergeben. Träger des Preises waren zuletzt die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch (2013), der chinesische Schriftsteller und Dissident Liao Yiwu (2012), der algerische Schriftsteller Boualem Sansal (2011) und der israelische Schriftsteller David Grossman (2010).
Schwerpunkt
BUCHMESSE FRANKFURT
08.-12.10.2014
Buch
© Hoffmann und CampeLupe"Wem gehört die Zukunft?"
von Jaron Lanier
Übersetzung: Dagmar Mallett und Heike Schlatterer
Hoffmann und Campe 2014
ISBN-13: 978-3455503180
Schwerpunkt
© ReutersNSA, Überwachung, Snowden
Kulturzeit berichtet
Moderation
VideoVideoporträt Andrea Meier
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