kulturzeit
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© dpa Lupe
Videospiele sprechen den menschlichen Spieltrieb an.
Traumfabrik Computerspiel
"Kulturzeit extra" widmet sich dem Spieltrieb
Computerspiele - ein Medium zwischen anspruchsvollem Kunstwerk und banalem Spielzeug. Opium fürs Volk? Oder sind die virtuellen Spiele der Sandkasten für die Fähigkeiten von morgen. Ein "Kulturzeit extra" wirft einen Blick auf den explosionsartig wachsenden elektronischen Spielemarkt.
Die Spielkonsole führt uns ein in die neuen Realitäten, die wir gestalten. Und die kommen auch uns entgegen, reagieren auf unsere Sprache, unsere Mimik. Täuschend echt. Sie werden zum faszinierenden und gespenstischen Gegenüber. Immer tiefer dringen wir in diese Welten ein. Die Realität bleibt draußen. Das ultimative Erlebnis erfolgt durch die Datenbrille. Zwei Welten sind zusammengewachsen.

Täuschend echte Welten
© reuters Lupe
Wer virtuell vorankommen will, muss real existierende Orte aufsuchen.
Und die Spiele sind erwachsen geworden. In "Grand Theft Auto 5" etwa bietet sich keine kindliche Märchenwelt, sondern eine täuschend echte Stadt aus dem Hier und Jetzt - und eine brutale Realität, in die wir uns einüben. Mit echter Architektur, echten Fahrzeugen und Kinos, in denen echte Kinofilme laufen, Autoradios mit Musik, extra komponiert für das Spiel. Manche Spieler laufen als Fotografen durch diese Welt, veröffentlichen ihre Landschaftsaufnahmen im Internet. Oft scheinen die Grenzen völlig aufgehoben: "Ingress" etwa bringt das virtuelle Spiel in die Realität: Wer virtuell vorankommen will, muss real existierende Orte aufsuchen. Das ist viel mehr als Schnitzeljagd: Die verborgene Spielewelt entdeckt man nur durch den mobilen Computer.

So vermischt sich auch das Personal des Kulturbetriebs: Autoren, Komponisten und Schauspieler stellen sich immer häufiger in den Dienst der Spiele. Die sogenannten Games sind zum Übungsfeld geworden für eine immer härtere Realität, die uns umgibt und für eine Zukunft, die sie vorwegnehmen.

Sendedaten
Kulturzeit extra: Traumfabrik Computerspiel
Freitag, 18.09.2014
um 19.20 Uhr in 3sat
Zu Gast in der Sendung
Linda Breitlauch
Die Medienwissenschaftlerin wurde 2007 zu Europas erster Professorin für Gamedesign an die Mediadesign Hochschule für Design und Informatik in Düsseldorf berufen. Seit April 2014 lehrrt sie Intermedia Games an der Hochschule Trier. Sie sitzt in der Jury sitzt in der Jury für den Deutschen Computerspielpreis.
Zu Gast in der Sendung
Thomas Hensel
Der Philosoph und Kunsthistoriker hat seit Oktober 2013 eine Professur für Kunst- und Designtheorie (W3) an der Fachhochschule für Design in Pforzheim. Zudem gehört er der Faculty des Certified Program "Visual Competencies" der Donau-Universität Krems an. In seiner Habilitationsschrift, die sich dem Computerspiel widmet, schlägt er eine Brücke zwischen Kunstgeschichte und Medienwissenschaft.
Buch
"Homo Ludens: Vom Ursprung der Kultur im Spiel"
von Johan Huizinga
Übersetzung: H. Nachod
rororo 2004
ISBN-13: 978-3499554353
Mediathek
© ZDF_Kerstin BänschLupeUnsere Gesprächsrunden mit ...
Linda Breitlauch und Thomas Hensel