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© AP Lupe
Trotz immer größerer Not der palästinensischen Bevölkerung treibt Israel die Militäroffensive im Gazastreifen weiter voran.
Solidarität mit ...?
Aktuelle Stimmen zu Israel und Gaza
Während die dreitägige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas beendet ist, haben prominente Kulturschaffende mit scharfer Kritik, aber auch mit deutlicher Unterstützung auf den Konflikt reagiert. Ein Überblick ...
Angesichts der Raketenangriffe durch die radikalislamische Hamas gebe es keine Alternative zur israelischen Militäroperation im Gazastreifen, sagte etwa der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist Amos Oz im Gespräch mit der Deutschen Welle. Er fürchte, es gebe keinen Weg, zivile Opfer unter den Palästinensern zu vermeiden, das sei die Strategie der Hamas. Israel sei deshalb in einer schwierigen Situation. "Je mehr israelische Opfer es gibt, desto besser für die Hamas. Je mehr palästinensische Zivilisten sterben, desto besser für die Hamas."

Amos Oz: Zwei-Staaten-Lösung
© dpa Lupe
Amos Oz: Israel in einer schwierigen Situation
Langfristig könne nur eine Zwei-Staaten-Lösung für Frieden in der Region sorgen. Oz sprach sich dafür aus, auf die Forderung der Hamas nach einer Aufhebung der Blockade des Gazastreifens zugunsten einer wirkungsvollen Entmilitarisierung einzugehen. "Wenn die Menschen in Ramallah und Nablus im Westjordanland in Wohlstand und Freiheit leben, werden die Menschen in Gaza früher oder später das mit der Hamas machen, was die Bevölkerung Rumäniens mit Ceausescu gemacht hat. Ich weiß nicht, wie lange das dauern wird, aber es ist vorbestimmt."

Scharfe Worte kommen aus Spanien, wo mehr als 100 Künstler Israel im Gaza-Konflikt Völkermord vorgeworfen haben, darunter Penélope Cruz, Javier Bardem und Pedro Almodóvar. Seit Beginn der israelischen Angriffe habe es mehr als 1000 Tote und mehr als 6000 Verletzte gegeben, heißt es in einem Offenen Brief. Schauspieler, Musiker, Schriftsteller und Kinoregisseure verlangen darin einen sofortigen Waffenstillstand und fordern die spanische Regierung sowie die EU auf, "die Bombardements gegen die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen von der Luft sowie von Land und See aus zu verurteilen". Von Israel fordern die spanischen Künstler im "Kommuniqué der Kultur gegen den Völkermord an Palästinensern" einen Rückzug auf die Grenzen von 1967 und eine sofortige Aufhebung der Gaza-Blockade. Israelis und Palästinenser sollten verhandeln, um einen "gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen", heißt es.

Graumann: "Betroffen und getroffen"
Lupe
Graumann: Juden in Deutschland zutiefst verunsichert
In Deutschland reagiert der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Dieter Grauman, währenddessen mit zunehmendem Unverständnis angesichts der jüngsten judenfeindlichen Parolen bei Kundgebungen gegen Israel. "Warum gibt es keine Welle der Solidarität mit uns Juden angesichts der Welle von Antisemitismus?", sagte Graumann der "Rheinischen Post". Die Kirchen und die politischen Eliten hätten sich vorbildlich positioniert, von ihren Mitmenschen fühlten sich die jüdischen Bürger jedoch alleingelassen. Hunderte Juden hätten schon beim Zentralrat nachgefragt, ob sie hierbleiben sollten oder die Koffer packen müssten. "Wir sind betroffen und wir sind getroffen", sagte Graumann. "Wenn auf deutschen Straßen gegrölt wird, dass Juden vergast, verbrannt, geschlachtet werden sollen, dann hat das mit Gaza und israelischer Politik sicherlich überhaupt nichts zu tun."

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© ZDFVideoInterview mit Rolf Verleger
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© ZDFVideoInterview mit Dieter Graumann
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© apVideoInterview mit Daniel Barenboim
Gesellschaft
© dpaVerbalattacken
Judenfeindliche Parolen bei Anti-Israel-Demos