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© AP Lupe
Internationale Kunstschauen wie die Art Basel Miami Beach sind Tummelplatz für Superreiche. Auch in den Auktionshäusern steigen die Preise ins Unermessliche.
Kunst wäscht weißer
Von Kunsthandel, Korruption, Geldwäsche
Kunst gilt als neue Währung am globalen Markt. Auf Kunstschauen wie der Art Basel Miami Beach werden Millionen-Umsätze gemacht, mit Gewinnmargen wie im Drogen- und Waffenhandel. Der internationale Kunstmarkt - ein Tummelplatz für Geldwäsche und Korruption?
Jährlich werden geschätzte 40 Milliarden US-Dollar mit Kunst aller Art umgesetzt, doch wer was wann mit welchem Geld kauft, darüber gibt es nur wenige Informationen. Mit hochpreisiger Kunst Geld zu waschen, das klingt zunächst plausibel. Marktpreise sind nicht gesichert, Bargeldzahlungen keine Seltenheit, Käufer und Verkäufer bleiben anonym. Belege für großangelegte Geldwäsche im Kunstmarkt gibt es nicht. Steht der Kunstmarkt zu Unrecht unter Generalverdacht?

Schlupfloch Schweiz
Auktionshäuser wie Sotheby's oder Christie's wehren sich. Sie eigneten sich nicht für Geldwäsche im großen Stil, sagen sie. Europaweit dürfen nur bis maximal 15.000 Euro bar bei Geschäften mit Kunstwerken anonym bezahlt werden, auch in den USA ist der Cash-Flow begrenzt. In der Schweiz scheinen die Schlupflöcher größer: Der Kunsthandel untersteht dort nicht dem Gesetz zur Bekämpfung der Geldwäscherei. Ohne Transparenz kein Vertrauen: Anlässlich der Art Basel vor rund zwei Jahren brachte ein unabhängiges Schweizer Institut Händler, Galeristen und Auktionshäuser zusammen, um verbindliche Regeln für den Kunsthandel aufzustellen.

Die Rechtsanwältin und Kunstmarktexpertin Claudia von Selle arbeitete ein Regelwerk aus, das verbindlich werden sollte. Demnach sollten bei jedem Verkauf Herkunft des Geldes, Provenienz der Kunst sowie Identität von Käufer und Verkäufer nachgeprüft werden. Doch die Verpflichtung zur Selbstregulierung scheiterte: Die Kunstwelt bekam kalte Füße und stieg kurzerhand aus.

Kulturzeit-Gespräch ...
... mit Claudia von Selle, Juristin und Kunstmarktexpertin
(08.07.2014)
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