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© dpa Lupe
Der Ökonom Paul Romer hat ein Konzept für "Charter Cities" entworfen, die außerhalb der nationalen Gesetzgebung stehen, etwa in Indien.
"Demokratie ist eine veralterte Technologie"
Unternehmer wollen eigene Mikro-Staaten
Eigentlich eine faszinierende Idee: Noch einmal ganz neu anfangen. Ohne Steuern. Ohne lästige Gesetze. Weit draußen auf dem Meer. Unternehmer aus dem Silicon Valley wollen in Zukunft eigene neue Staaten errichten - auf schwimmenden Plattformen, mit Palmen, Sonne und Swimming Pool. Eine Kolonie der erfolgreichsten Unternehmer dieser Welt. Geführt nicht wie ein demokratischer Staat, sondern wie ein Startup-Unternehmen.
Demokratie ist für die Visionäre von Seasteading all das, wovon sie sich eingeengt fühlen: Gesetze, sozialer Ausgleich, Mitbestimmung. Wo Technologie keine Grenzen hat, soll auch der Staat keine mehr setzen. "Es mag seltsam klingen, aber die Demokratie ist eine veralterte Technologie. Ein paar hundert Jahre alt", sagt Randolph Hencken von The Seasteading Institute. "Sie hat Reichtum, Gesundheit und Glück für Milliarden Menschen auf der ganzen Welt gebracht. Aber jetzt wollen wir etwas Neues ausprobieren und dazu haben wir hier keine Chance." Der Gedanke, dass sich Staaten wie Startup-Unternehmen führen lassen, ohne Rücksicht auf demokratische Beteiligung, hat sich zu einer Art fixer Idee für die Lösung aller Probleme entwickelt. Paul Romer, ein angesehener Ökonom, hat ein Konzept für sogenannte Charter Cities entworfen, die außerhalb der nationalen Gesetzgebung stehen. Zum Beispiel in Ländern wie Indien. Er will Städte für bis zu zehn Millionen Einwohner bauen, die ideale Bedingungen für ausländische Investoren bieten. Ein Konzept, das fatal an Kolonialzeiten erinnert.

Der "ttt"-Beitrag in der ARD-Mediathek ...