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© AP Lupe
Erich Ohser, alias e.o. plauen: Die Geschichten von Vater und Sohn waren die wohl beliebtesten deutschen Comicstrip der Vorkriegszeit.
Vater und Sohn
Das unbekannte Schicksal des Erich Ohser
Bekannt sind seine Figuren, er selbst eher nicht: Erich Ohser, alias eo. plauen. Seine Geschichten von Vater und Sohn, erstmals 1934 in der "Berliner Illustrierten Zeitung" erschienen, waren die wohl beliebtesten deutschen Comicstrip der Vorkriegszeit. Elke Schulze hat dem Menschen und Zeichner e.o. plauen eine liebevolle Biografie gewidmet.
Viele erkannten sich in dem kleinen Jungen und seinem melonenköpfigen Vater wieder - und manche tun es bis heute. In seinen Zeichnungen wirft Ohser einen ironischen Blick auf das Leben der kleinen Leute. Kritik an den Zuständen und Machthabern des Dritten Reiches findet sich nur sehr zurückhaltend in seinen Arbeiten. Zwischen den Zeilen werde aber deutlich, dass Ohser immer ein politischer Zeichner gewesen sei, sagte der Kulturwissenschaftler Detlef Manfred Müller bereits 2008. "Das war kein klassischer Widerstand, sehr wohl aber Dissidenz." Privat wurde Plauen seine Kritik an Hitlers Regime zum Verhängnis: Sein Nachbar denunzierte ihn. Noch bevor der Strafrichter Roland Freisler den Prozess gegen Ohser eröffnen konnte, erhängte sich dieser 1944 in seiner Zelle. Elke Schulze bringt uns den Schöpfer von "Vater und Sohn" nahe, den kritischen Beobachter mit wachem Intellekt, und zeigt zugleich ein deutsches Künstlerschicksal.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buch
"Erich Ohser alias e.o.plauen: Ein deutsches Künstlerschicksal "
von Elke Schulze
Südverlag 2014
ISBN-13: 978-3878000464