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© dpa Lupe
Florian Philippot hat nach dem ersten Wahlgang gute Chancen, in der Stichwahl am 30. März zum Bürgermeister von Forbach gewählt zu werden.
Stimmungstest Forbach
Ein rechtsextremer Bürgermeister in Lothringen?
Im lothringischen Forbach herrscht nach der Kommunalwahl Ausnahmezustand: Florian Philippot, Kandidat des rechtsextremen Front National, holte im ersten Wahlgang die meisten Stimmen. Damit hat er gute Chancen, am 30. März 2014 per Stichwahl zum Bürgermeister von Forbach gewählt zu werden.
Florian Philippot tauchte erst am Ende des Wahlabends auf. Dabei war er der große Abräumer, erhielt 35,75 Prozent der Stimmen. "Wir haben konkrete Lösungsvorschläge für die Probleme in Forbach gemacht: die mangelnde innere Sicherheit, die hohe Arbeitslosigkeit, die fehlende lokale Gesundheitsversorgung, das Geschäftesterben im Zentrum", sagt ert. "Wir haben eine bürgernahe Kampagne gemacht. Die Forbacher wollen die alten, etablierten Parteien nicht mehr. Sie wollen den Front National. Sie wollen neue Hoffnung."

Niedrige Wahlbeteiligung
In mehr als 36.500 Gemeinden gingen die Franzosen im ersten Wahlgang an die Urnen, um ihre kommunalen Vertreter und Bürgermeister zu wählen. In Forbach lag die Wahlbeteiligung bei niedrigen 55,98 Prozent. Der sozialistische Amtsinhaber Laurent Kalinowski kam nur auf 33 Prozent. Der Erfolg der Rechten sei aber keine Abstrafung. "Der Front National kommt doch nur mit Populismus daher", sagt er. "Sie sagen: Wir machen alles dem Erdboden gleich - und das zum Nulltarif - und regeln alle Probleme. Dabei ist ihr kommunales Projekt einfach unmöglich zu realisieren."

Forbach leidet unter der wirtschaftlichen Gesamtsituation Lothringens. Die Arbeitslosenquote liegt bei 14 Prozent, immer wieder kommt es auch zu Spannungen aufgrund der multikulturellen Bevölkerungsstruktur. Forbach stand im Zentrum des nationalen Medieninteresses. Die Ergebnisse sind ein Indikator für die Stimmung im Land und Ausdruck der Unzufriedenheit mit Präsident Francois Hollande. "Die politische Situation ist so angespannt, dass auch lokale Ereignisse nationale Auswirkungen haben", sagt der Fernsehjournalist Renaud Fessaguet vom Sender M6. "Wenn die Nummer zwei des Front National hier gewinnt, beeinflusst das sein Schicksal, aber auch das der gesamten französischen Politik."

Kalinowski: "Ein Schritt in die Vergangenheit"
Mehrere hochrangige Politiker des Departements haben nun zu einem Zusammenschluss des bürgerlichen Lagers aufgerufen, um den Einzug des Front-National-Kandidaten ins Forbacher Rathaus noch zu verhindern. "Sie behaupten, es sei das Ende der Welt, die Apokalypse", sagt Florian Philippot. "Das ist doch nur Wahlkampf, ohne Argumente. Sie versuchen den Forbachern Angst zu machen. Das ist nicht in Ordnung." "Wir werden alles dafür tun, dass es hier keinen Bürgermeister des Front National gibt", so Sozialist Laurent Kalinowski. "Das wäre für Forbach ein Schritt in die Vergangenheit, ein Schritt in die Isolation." An der Stichwahl am 30. März 2014 nehmen auch noch die beiden bürgerlichen Kandidaten teil. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Laurent Kalinowski und Florian Philippot wird erwartet. Bei der letzten Wahl war der Front-National-Mann noch am Sozialisten gescheitert.

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Von Samuel Schirmbeck
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