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© dpa
Der Streit um Martin Heidegger und seine "Schwarzen Hefte" führt zu einer Abrechnung unter französischen Intellektuellen.
Der Fall Heidegger
Wie antisemitisch war der Meisterdenker?
Diskreditiert die Veröffentlichung von Martin Heideggers Gedankentagebüchern, seiner "Schwarzen Hefte", posthum seine gesamte Philosophie? Darüber diskutiert Gert Scobel mit Peter Trawny und dem Heidegger-Biografen Rüdiger Safranski.
Martin Heidegger (1889-1976) gilt als einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Die neueste Veröffentlichung von Heidegger-Texten - seine Gedankentagebücher aus den 1930er und 1940er Jahren, die sogenannten Schwarzen Hefte - lässt daran allerdings Zweifel aufkommen. Heidegger hatte testamentarisch verfügt, dass diese erst jetzt erscheinen können - aus strategischem Kalkül?


Ganze Generationen von Denkern geprägt
Noch vor ihrer Veröffentlichung sind Zitate antisemtischen Inhalts daraus in Umlauf. Vieles spricht dafür, dass Heideggers Denken nicht nur gelegentlich zu Entgleisungen neigte, sondern durch und durch antisemitisch war. Kann Heideggers Philosophie mit Blick auf diese Tagebücher weiterhin als großartig gelten? Tatsächlich hatte Heidegger mit dem Erscheinen von "Sein und Zeit" 1927 eine neue Philosophie begründet, die ganze Generationen von Denkern maßgeblich geprägt hat. Dies ist insofern erstaunlich, als gerade die deutsche Philosophie mit Zurückhaltung reagierte: Heidegger trug ein Parteiabzeichen der NSDAP, hielt zum Antritt seines Rektorats an der Freiburger Universität eine völkisch-nationale Rede und brach mit seinem jüdischen Lehrer Edmund Husserl. Dies ist lange bekannt.

Peter Trawny, Herausgeber der "Schwarzen Hefte" und Autor des zeitgleich erscheinenden Buches "Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung" ließ im Vorfeld durchblicken, dass Heidegger in den neuen Veröffentlichungen einen "seinsgeschichtlichen Antisemitismus" entfalte. Heidegger habe den im Nazi-Deutschland vorherrschenden Antisemitismus nicht nur als politische Haltung begriffen, sondern "zum Anlass philosophischer Gedanken gemacht". Wie antisemitisch war der Meisterdenker?

Sendedaten
Kulturzeit extra: Der Fall Heidegger: Wie antisemitisch war der Meisterdenker?
Gert Scobel diskutiert mit Peter Trawny und Rüdiger Safranski
Mittwoch, 19.03.2014
um 22.25 Uhr auf 3sat
Gesellschaft
Erregte Debatte
Diskussion um Heideggers "Schwarze Hefte"
Bücher
Gesamtausgabe. 4 Abteilungen
von Martin Heidegger
Hrsg: Peter Trawny

Überlegungen II-VI:
(Schwarze Hefte 1931-1938)
Klostermann 2014
ISBN-13: 978-3465038153

Überlegungen VII - XI:
(Schwarze Hefte 1938/39)
Klostermann 2014
ISBN-13: 978-3465038320

Überlegungen XII - XV:
(Schwarze Hefte 1939-1941)
Klostermann 2014
ISBN-13: 978-3465038382
Mediathek
© ZDFVideoOnline-Extra: Diskussionsrunde
Gert Scobel spricht mit Peter Trawny und Rüdiger Safranski