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© W-Film Lupe
Wie konnten diese Männer so grausam werden?
Lust am Töten
Stefan Ruzowitzkys Film "Das radikal Böse"
Wie wird ein netter junger Mann zum Massenmörder? Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher") beschäftigt sich in seiner Dokumentation "Das radikal Böse" mit den systematischen Erschießungen jüdischer Zivilisten durch deutsche Einsatzgruppen in Osteuropa ab 1941.
Wie konnten diese Männer so grausam werden? Wie kommt es, dass Menschen Unschuldige ermorden? Diese Fragen will Stefan Ruzowitzky in "Das radikal Böse" beantworten. Was die Täter dachten, vermitteln dabei nachgesprochene Zitate aus Briefen, Tagebüchern oder Prozessen. Historiker und Psychologen versuchen, das Böse wissenschaftlich zu erklären.

Warum so viele Massenmörder?
Der Film führt viele Gründe für das große Töten an. Durch die NS-Propaganda waren Soldaten der Meinung, das Judentum müsste vernichtet werden. Doch warum so viele zu Massenmördern wurden, will der Film auch anhand sozialpsychologischer Tests klar machen. Gruppenzwang, eine hierarchische Ordnung und mentale Distanz zum Opfer sind Mechanismen, die die Gewaltbereitschaft erhöhen. Die NS-Führung nutzte sie, dazu Routine und Anerkennung. Eine Lust am Töten war geboren.

Das gesamte Umfeld der Soldaten war auf das Töten ausgerichtet. Es wurde immer schwerer, sich zu entziehen - doch es ist möglich. Der Film "Das radikal Böse" macht uns unsere Verantwortung bewusst - die jedes einzelnen und die der Gesellschaft, nie wieder Umstände zuzulassen, in denen Massenmord selbstverständlich wird.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Film
"Das radikal Böse"
(Dokumentation)
DE/AT 2013
Regie: Stefan Ruzowitzky
Darsteller: Devid Striesow, Alexander Fehling, Benno Fürmann, u.a.
Kinostarts:
DE: 16.01.2014
AT: 17.01.2014
Kulturzeit-Gespräch...
© reutersVideo... mit Stefan Ruzowitzky, Regisseur
(07.01.2014)