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Der Fall Gurlitt, eine unendliche Geschichte ...
Kunstkrimi
Der Fall Gurlitt
Bei der Restaurierung von Kunstwerken aus der Gurlitt-Sammlung erlaubt das Kunstmuseum Bern jetzt einen Blick hinter die Kulissen. Seit dem 18. August 2017 können Besucher in der Schweizer Hauptstadt Restauratorinnen durch ein Fenster in der eigens gebauten Werkstatt über die Schulter schauen. Das Museum bietet auch Führungen direkt in die Werkstatt an.
Die Wiederherstellung der unter anderem durch Staub, Schimmel, Kleberückstände und Knickstellen beschädigten Werke erfordert höchste Sicherheitsmaßnahmen. Ein Teil des Ateliers ist mit Plastikfolien abgeklebt. "Das Zelt hat Quarantäne-Charakter", sagt Nathalie Bäschlin, Leiterin der Konservierung und Restaurierung. Dort wird mit feinen Düsen oder Lösungsmitteln Schimmel beseitigt. Das Museum will verhindern, dass Sporen in die vorhandene Sammlung gelangen.

Das Kunstmuseum hat zunächst 200 Werke in der Werkstatt, die im November ausgestellt werden sollen. Darunter sind Arbeiten von Macke, Dix, Nolde, Kirchner und Liebermann, überwiegend auf Papier. Schwerpunkt ist das Thema "entartete Kunst". Zeitgleich zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn 250 Werke aus der teilweise mit NS-Raubkunstverdacht behafteten Sammlung.

HINTERGRUND

Die Gurlitt-Sammlung war 2012 beschlagnahmt worden. Der 2014 gestorbene Gurlitt vermachte seine millionenschwere Sammlung, die er in München und Salzburg aufbewahrt hatte, dem Kunstmuseum Bern. Cornelius Gurlitt war Sohn von Hildebrand Gurlitt, der einer der Kunsthändler Adolf Hitlers war und die Werke zusammengetragen hatte. Darunter sind Arbeiten von Picasso, Marc Chagall, Henri Matisse, Otto Dix, Max Beckmann und Max Liebermann. Deutschland hat sich verpflichtet, alle Werke zurückzuerstatten, die den Besitzern einst von den Nazis geraubt oder abgepresst wurden.

2012 hatte man in einer Münchner Wohnung rund 1500 bedeutende Kunstwerke entdeckt - gut erhalten, ordnungsgemäß gelagert, von Millionenwert. Doch erst 2013 kam die Sache ans Licht. Der "Fall Gurlitt" war geboren. Und es gab viele Fragen: Wo sind die Bilder her? Gehören sie alle ihm? Am 6. Mai 2014 starb Cornelius Gurlitt und die Fragen wurden lauter: Was passiert mit seinem wertvollen Nachlass? Wer bekommt was? Eine Kulturzeit-Übersicht ...

FRAGEN ...


GESPRÄCHE ...

Maurice Philip Remy, Autor und Filmemacher © ZDF
Maurice Philip Remy, Autor und Filmemacher
Ronald Lauder, Vorsitzender des Jüdischen Weltkongresses
Ronald Lauder, Vorsitzender des Jüdischen Weltkongresses
David Toren, Erbe
David Toren, Erbe

24.11.2014
Ekkeheart Gurlitt, Großcousin von Cornelius Gurlitt
24.11.2014
Andrea Raschér, Kunstrechts-Experte

05.11.2014 © dpa
Monika Grütters, Kulturstaatsministerin
10.10.2014
Monika Grütters, Kulturstaatsministerin
11.04.2014 © ZDF
Ingeborg Berggreen-Merkel, Leiterin der Taskforce

20.11.2013 © ZDF
Hannes Hartung, Jurist
07.11.2013 © ZDF
Stefan Koldehoff, Kunsthistoriker
16.05.2014 © dpa
Gerhard Finckh, Direktor des Wuppertaler Von-der-Heydt-Museums

04.11.2013 © dpa
Uwe Hartmann, Leiter der Arbeitsstelle für Provenienzforschung
12.11.2013 © ZDF
Willi A. Korte, Provenienzforscher

CHRONOLOGIE (1/3) ...

25.06.2015: Zwei Reiter mit Geschichte
© Reuters
Jahrzehntelang lag Max Liebermanns Gemälde "Zwei Reiter am Strand" in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Im Mai 2015 erhielt der rechtmäßige Erbe David Toren es zurück, doch nun hat er das Gemälde versteigern lassen.
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28.04.2015: Gurlitt-Cousine wehrt sich
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Als das Amstgericht in München das Kunstmuseum Bern zum Alleinerben der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt erklärte, hätte der Streit um das Erbe beendet sein können. Doch Gurlitts Cousine Uta Werner wehrt sich.
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23.04.2015: Gurlitts Kisten
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Neues im Restitutionsstreit um die Sammlung Gurlitt: Der ehemalige Rechtsbetreuer Cornelius Gurlitts, Christoph Edel, hat gegen die FAZ geklagt. Letztlich geht es um 17 Kisten aus Cornelius Gurlitts Salzburger Haus.
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27.03.2015: Vorwürfe gegen Taskforce
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Tausende Dokumente habe die mit der Provenienzklärung beauftragte Taskforce Schwabinger Kunstfund bislang noch gar nicht ausgewertet, kritisiert die "Süddeutsche Zeitung". 2014 nahm die Taskforce ihre Arbeit auf.
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27.03.2015: Punktsieg für Bern
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Das Kunstmuseum Bern, nicht Uta Werner, erbt nach Auffassung des Amtsgerichts München die millionenschwere Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt. In seinem Testament hatte dieser Bern als Alleinerben eingesetzt.
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25.03.2015: Der Weg ist frei
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Die ersten Kunstwerke aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt stehen vor der Rückgabe an die rechtmäßigen Erben. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die entsprechenden Restitutionsvereinbarungen unterzeichnet.
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11.03.2015: "Conny-Leaks"
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Werden tausende Dokumente aus dem Nachlass des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt in Kürze online gestellt? Eine Gruppe im Umfeld der Gurlitt-Familie plant deren Veröffentlichung.
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CHRONOLOGIE (2/3) ...

09.03.2015: Kunstmuseum oder Cousine?
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Im Fall Cornelius Gurlitt verzögert sich die Übergabe der Kunstsammlung weiter. Immer noch ist unklar, wer der rechtmäßige Erbe ist. Nun hat auch das Kunstmuseum Bern einen Erbschein beim Münchner Amtsgericht beantragt.
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06.03.2015: Gereizte Stimmung im Fall Gurlitt
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Das schleppende Vorgehen im Umgang mit dem millionenschweren Erbe des im Mai 2014 verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sorgt bei den jüdischen Erben in den USA für Ärger und Wut.
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19.02.2015: Rauschen im Restitutionswald
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An wem liegt es, dass sich die Rückgabe von Raubkunst aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt verzögert? Im Streit um das Erbe schieben verschiedene Parteien zurzeit einander den Schwarzen Peter zu.
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18.02.2015: Das ungeklärte Erbe
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Das Kunstmuseum Bern beklagt Verzögerungen bei der Restitution längst geklärter Raubkunstfälle. Weil Cornelius Gurlitts Cousine Uta Werner Anspruch auf das Erbe erhoben hat, kann das Museum diese Werke nicht einfach zurückgeben.
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28.11.2014: Gurlitts Salzburg-Schatz
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Nach der Veröffentlichung von Werklisten durch das Kunstmuseum Bern geht der renommierte Raubkunst-Forscher Willi Korte davon aus, dass sich auch in Gurlitts Salzburger Sammlung NS-Raubkunst befindet.
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24.11.2014: Gurlitt-Erbe angenommen
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Die Entscheidung ist gefallen: Das Kunstmuseum Bern nimmt das Gurlitt-Erbe an. Das bestätigte der Stiftungsratspräsident des Museums, Christoph Schäublin, am 24. November 2014 in Berlin.
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17.11.2014: Gurlitts Testament
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War Cornelius Gurlitt zurechnungsfähig, als er seinen letzten Willen verfasste? Nach einem neuen Gutachten litt er an "paranoiden Wahnideen". Uta Werner und Dietrich Gurlitt - Cousine und Cousin - hatten das Papier in Auftrag gegeben.
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07.05.2014: Grüezi Gurlitt
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Der Kunstkrimi ist noch nicht beendet: Nach dem Tod von Gurlitt bleibt die Frage, was mit all den wertvollen Bildern passiert. Nach Informationen des NDR, der "Süddeutsche Zeitung" und der "Bild" hat er seine Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht
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CHRONOLOGIE (3/3) ...

06.05.2014: Tod eines Kunstsammlers
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Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt ist tot. Er starb am 6. Mai 2014 am späten Vormittag im Alter von 81 Jahren, wie sein Sprecher Stephan Holzinger der Nachrichtenagentur dpa bestätigte
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20.02.2014: Kampf um Kunstsammlung
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Der Fall Gurlitt bleibt brisant: Die Anwälte von Cornelius Gurlitt haben beim Amtsgericht Augsburg Beschwerde gegen die Beschlagnahmung seiner Kunstsammlung eingelegt und fordern die Werke zurück
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12.02.2014: Gurlitts Jahrhundertschatz
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Gurlitts spektakulärer Kunstschatz ist noch viel größer als angenommen. Rund 60 weitere Meisterwerke sind gerade in seinem Haus in Salzburg gefunden worden. Gurlitt selbst bat seine Anwälte darum, die Bilder sicher zu stellen
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04.12.2013: Verkaufen und verschweigen
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Cornelius Gurlitt war der Kunstszene offenbar nicht unbekannt: Anne Webber von der Kommission "Commission For Looted Arts" kennt den Namen schon lange. Sie entdeckte den Namen Gurlitt bei einer Recherche zu Max Liebermann
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25.11.2013: Verdrängen, vergessen, verkaufen
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1945 liegt Deutschland in Trümmern. Die Museen sind zerstört, die Werke geraubt, viele Sammler ermordet, ihr Besitz gestohlen oder verschollen. Hier beginnt jene Geschichte, die uns zum Gurlitt-Kunstschatz führt
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14.11.2013: Der Fall Gurlitt
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Die Entdeckung der Kunstsammlung Gurlitt in München wirft täglich neue Fragen auf. Stück für Stück kommen neue Erkenntnisse über den Kunstmarkt der Nazis ans Licht, von denen bis heute noch vieles unbekannt war
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04.11.2013: Riesenfund
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Bayerische Zollfahnder sind auf einen einmaligen Kunstschatz gestoßen: Die Fahnder beschlagnahmten in einer Münchner Wohnung etwa 1500 verschollen geglaubte Bilder von Meistern der klassischen Moderne
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05.11.2013: Exquisiter Kunstschatz
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Der spektakuläre Kunstfund umfasst nicht nur Werke der klassischen Moderne, sondern auch ältere Bilder. Das wahrscheinlich älteste stamme aus dem 16. Jahrhundert, sagte die Berliner Kunsthistorikerin Meike Hoffmann
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RESTITUTION ...

13.11.2014: Heikles Erbe
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Was passiert mit dem Gurlitt-Erbe, wenn das Kunstmuseum Bern das Vermächtnis ablehnt? Familienmitglieder - sollten sie dann erben - wollen sämtliche Raubkunst-Gemälde zurückgeben.
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10.10.2014: NS-Raubkunst-Stiftung
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Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat beschlossen, eine Stiftung zur schnelleren Ermittlung von Raubkunst aus der NS-Zeit einzurichten. Die KMK gab grünes Licht für das in Magdeburg geplante "Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste".
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27.03.2014: Gurlitts Restitution
© dpa
Der Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt will alle seine Kunstwerke, die aus jüdischem Besitz geraubt wurden, an die jeweiligen Besitzer oder deren Nachfahren herausgeben. Die Übergabe des ersten Bildes stehe unmittelbar bevor
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31.01.2014: "Behörden spielen auf Zeit"
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Ronald S. Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), macht Deutschland schwere Vorwürfe: über Jahrzehnte habe die Bundesrepublik die Suche nach gestohlener Kunst aus jüdischem Besitz vernachlässigt, beklagt er
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29.11.2013: Auf Gurlitts Spuren
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Eine Spur des Münchner Kunstkrimis führt in die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Dort im Kunstmuseum sind gerade zwei Blumenstücke des niederländischen Malers Gaspar Peeter Verbruggen zu sehen. Wem gehörten sie ursprünglich?
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Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
live um 19.20 Uhr
Ausstellungen
© dpa"Bestandsaufnahme Gurlitt"

"'Entartete Kunst' - Beschlagnahmt und verkauft"
Kunstmuseum Bern (CH)
02.11.2017 bis 04.03.2018

"Der NS-Kunstraub und die Folgen"
Bundeskunsthalle, Bonn
03.11.2017 bis 11.03.2018
Reihe
© ImagoGurlitts Schatzkiste
Kulturzeit-Reihe zum Münchner Kunstfund