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© Petro Wodkins Lupe
Petro Wodkins (zweiter von rechts) versperrt den Eingang zum Mumok in Wien.
Wegen Reichtum geschlossen
Kunstaktion legt Mumok lahm
Die Meldung kam wie ein Schock: Das Museum moderner Kunst in Wien, das Mumok im Museumsquartier, schließt seine Pforten. So zumindest hieß es in einer E-Mail, die am 30. April 2013 hunderte Empfänger erreichte.
Tatsächlich stellte sich schnell heraus: Das Ganze ist ein Scherz, der auf das Konto des russischen Künstlers Petro Wodkins geht. Die Direktorin des Mumok ist "not amused". Die angebliche Schließung des Museums wurde auf einer täuschend echten Fälschung der Mumok-Homepage publik gemacht. Dort heißt es: "Schließt bis auf weiteres". Aktuelle Ausstellungen seien eingestellt. Auf telefonische Nachfrage von Kulturzeit erklärte Wodkins, seine Aktion richte sich gegen die etablierten Museen, die nur noch ein "Reservat für die obere Mittelschicht" seien. Es gehe nur noch um Kommerz. Kunst sei zur Kulisse verkommen. Museen seien, so Wodkins, abgesunken zu Mausoleen der Kunst.

Es blieb nicht allein bei E-Mails und einer gefälschten Homepage. Wodkins unterstrich sein Anliegen vor Ort im Museumsquartier. Er kettete sich am Fuß der Treppe zum Mumok an und sperrte den Aufgang zum Museum ab. Wodkins ist kein Unbekannter: Eine ähnliche Aktion machte ihn in Dänemark bekannt: Hier verkündete er, das Louisiana Museum of Modern Art würde schließen, weil die Besucher samt und sonders "zu reich" seien. Und es soll nicht bei diesen beiden Aktionen bleiben. Petro Wodkins kündigte an, dass es noch weitere, ähnliche Attacken geben wird. Seine Angriffe auf die Kunst will Wodkins im Übrigen als Kunstwerk verstanden wissen. Schade, dass man seine Werke nicht im Museum zeigen kann.

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