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Seit 2013 läuft der NSU-Prozess.
Seit 2013 läuft der NSU-Prozess.
Der NSU-Prozess
Kulturzeit berichtet
Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat im Münchner NSU-Prozess zum ersten Mal persönlich das Wort ergriffen. Sie verlas am 29. September 2016 eine kurze Erklärung, in der sie einräumte, sich früher "durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts" identifiziert zu haben. Dies sei heute jedoch nicht mehr so. "Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen", sagte Zschäpe.
Beim Verlesen der kurzen Erklärung am 313. Verhandlungstag des Mammutprozesses vor dem Oberlandesgericht München sprach sie sehr schnell mit leiser Stimme und wirkte nervös. Zschäpe bekräftigte in ihrer kurzen Erklärung ihre Entschuldigung an die Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) und ihre Hinterbliebenen und verwies dabei auf eine ihrer früheren, von einem Anwalt verlesenen Erklärungen. Zschäpe steht seit dem 6. Mai 2013 vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen vor, die dem "Nationalsozialistischen Untergrund" vorgeworfen werden.

 

Beate Zschäpe und der NSU-Prozess (10.12.2015) © ap
Beate Zschäpe und der NSU-Prozess (10.12.2015)
Beate Zschäpe sagt aus (09.12.2015) © AP
Beate Zschäpe sagt aus (09.12.2015)

HINTERGRUND
Im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) sind Beate Zschäpe sowie vier mutmaßliche Unterstützer und Gehilfen der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) angeklagt. Der Hauptangeklagten Zschäpe wirft die Bundesanwaltschaft eine Serie schwerster Verbrechen vor - bei einer Verurteilung gemäß der Anklage würde sie eine lebenslange Freiheitsstrafe erhalten.

GESPRÄCHE ...
Heike Borufka, Gerichtsreporterin (09.12.2015) © ZDF
Heike Borufka, Gerichtsreporterin (09.12.2015)
Heike Borufka, Gerichtsreporterin (06.05.2014) © ZDF
Heike Borufka, Gerichtsreporterin (06.05.2014)
Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen (19.12.2013)
Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen (19.12.2013)

Rechtsextremismus- forscher Øyvind Strømmen (18.06.2013)
Rechtsextremismus- forscher Øyvind Strømmen (18.06.2013)
Mikdat Karaalioglu, Chefredakteur der türkischen Zeitung "Sabah" (06.05.2013)
Mikdat Karaalioglu, Chefredakteur der türkischen Zeitung "Sabah" (06.05.2013)
Ulrich Bielefeld, Soziologe (02.05.2013) © ZDFUlrich Bielefeld, Soziologe (02.05.2013)

Volker Gerhart, Philosoph (29.04.2013)
Volker Gerhart, Philosoph (29.04.2013)
Thomas Moser, Journalist (15.04.2013) © ZDF
Thomas Moser, Journalist (15.04.2013)
Seyran Ates, Juristin (28.03.2013) © dpa
Seyran Ates, Juristin (28.03.2013)

Yavuz Narin, Anwalt (Clemens Riha, 2013) © ZDF
Yavuz Narin, Anwalt (Clemens Riha, 2013)
Hajo Funke, Politologe (Clemens Riha, 2013) © dpa
Hajo Funke, Politologe (Clemens Riha, 2013)
John Goetz, Journalist (06.05.2013) © ZDF
John Goetz, Journalist (06.05.2013)

 

24.02.2016: Zweiter NSU-Untersuchungsausschuss
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Im Medien-Hype um Zschäpe ist es fast untergegangen: Unter dem Vorsitz von Clemens Binninger (CDU) hat der Deutsche Bundestag einen zweiten NSU-Untersuchungsausschuss initiiert. Er analysiert neue Erkenntisse zum NSU-Trio
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22.07.2014: Eine Frage des Vertrauens
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Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, muss ihre drei bisherigen Anwälte gegen ihren Willen behalten. Das Münchner Oberlandesgericht (OLG) hat ihren Wunsch nach neuen Pflichtverteidigern abgelehnt
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11.06.2014: Das große Schweigen
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2004 wurde die Kölner Keupstraße zum Tatort. Die Polizei glaubte lange nicht an einen rechtsextremen Hintergrund. Wer was warum vertuscht hat, versucht das Buch "Geheimsache NSU" zu ergründen
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06.05.2014: 110 Tage Schweigen
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Es geht um zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge, Brandstiftung und Raubüberfälle: Seit einem Jahr versucht die Justiz, die Rolle und Schuld der einzigen Überlebenden des NSU-Trios herauszufinden
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02.09.2013: Restlos unaufgeklärt
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Der NSU-Untersuchungsaus-
schuss hat seinen Abschlussbericht abgegeben. Damit sind die parlamentarischen Untersuchungen der NSU-Morde abgeschlossen. Doch die wichtigsten Fragen bleiben noch immer unbeantwortet
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18.06.2013: Schockierend rechtsextrem
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Das NSU-Trio hat viel mehr Unterstützung bekommen als zunächst angenommen. Welche Spuren sich da auftun, ist erschreckend. Es ist also eine ganz andere Situation als in Norwegen, beim Prozess gegen den den Islam hassenden Einzeltäter Anders Breivik
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06.05.2013: Die Angeklagten
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Fünf Angeklagte müssen sich im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht verantworten. Mit Aktendeckeln und Kapuzen schützten sich bei Prozessbeginn am 6. Mai 2013 zwei von ihnen vor dem Blitzlichtgewitter der Fotografen
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06.05.2013: Jahrhundertprozess
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Am 6. Mai 2013 hat die juristische Aufarbeitung der beispiellosen Verbrechensserie begonnen. Vor dem Oberlandesgericht München müssen sich die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe sowie vier mögliche Helfer verantworten
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02.05.2013: Hetzmeute
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Der NSU kam wie aus dem Nichts, tötete und verschwand. Wie kann man das verstehen? Der Hamburger Soziologe Ulrich Bielefeld versucht es mit den Konzepten des Literaturnobelpreisträgers Elias Canetti
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29.04.2013: Das Los hat entschieden
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Gut eine Woche vor Beginn des NSU-Prozesses am 6. Mai 2013 hat am 29. April das Los neu über die Verteilung der Presseplätze entschieden. Viele große deutsche Medien sind leer ausgegangen, die türkische "Sabah" kann berichten
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16.04.2013: Rechte Morde
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Kurz vor Beginn des NSU-Prozesses werden in Brandenburg seit 1990 begangene Mordfälle neu aufgerollt, bei denen ein rechtsextremistischer Hintergrund vermutet wird
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04.04.2013 : Verfahrene Situation
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Seit Februar 2013 hatte sich die türkische Zeitung "Hürriyet" um eine Akkreditierung bemüht - ohne Erfolg. Im Prozess gegen die NSU-Terrorzelle ist für sie, wie für alle anderen türkischen Medien, kein Platz im Münchner Gerichtssaal in Sicht
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28.03.2013: "Suboptimal gelaufen"
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Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer der NSU-Morde, Barbara John, hofft auf eine Lösung im Streit um die Presseplätze für türkische Medien beim Münchner NSU-Prozess
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08.03.2013: Unbegreifliche Tat
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Es ist die Geschichte von einem jungen Mädchen, das seinen Vater durch einen Mord verlor. Als staatliche Stellen diese Gewalttat über 13 Jahre nicht aufklärten, nahm dies Semiya Simsek das Grundvertrauen in ein Land, das sie als Heimat gesehen hatte
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23.11.2012: Staatstheater
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Seit September 2011 diskutiert der NSU-Untersuchungs-Ausschuss über den Nazi-Terror in Deutschland. Jetzt haben Deniz Utlu und Marianna Salzmann ein Theaterstück entwickelt: "Fahrräder könnten eine Rolle spielen"
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17.08.2012: Wer schützt den Staat?
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Der neue Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, will den Geheimdienst mit tiefgreifenden Reformen erneuern. Nach den Pannen in der Neonazi-Mordserie müsse die Behörde auf den richtigen Kurs gebracht werden
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19.07.2012: Außer Kontrolle
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Der Verfassungsschutz soll unsere Demokratie, unsere freiheitliche Grundordnung, schützen, dafür ist er da. Jetzt wird offenkundig: Er ist zur Bedrohung der Demokratie geworden
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05.07.2012: Versagt?
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Der scheidende Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, hat bei seiner Befragung vor dem Untersuchungsausschuss zur NSU-Mordserie eine "schwere Niederlage" eingestanden
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23.02.2012: Bitte um Verzeihung
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"Wir werden alles tun, damit sich so etwas nicht wiederholt": Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Angehörigen der Opfer rechtsextremistischer Gewalt um Verzeihung gebeten. Die Gesellschaft sei zu gleichgültig gewesen
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Chronologie des Grauens
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Wie oft hat er uns zum Lachen gebracht: die Trickfilmfigur der rosarote Panther. Doch seit einigen Wochen ist uns das gründlich vergangen. Denn Paulchen Panther wird von der rechtsradikalen NSU missbraucht
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Youtube
Der NSU-Prozess als Film
Ein Projekt des "Süddeutsche Zeitung Magazins", der Filmakademie Baden-Württemberg, der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und der UFA Fiction
Gesellschaft
© dpaKaltblütig ermordet
Die Opfer der Terrorzelle NSU
ZDF-Infografik
© dpaChronik des Versagens