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Themen am 23.11.2017Navigationselement
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© dpa Lupe
162 Meter lang, 80 Meter breit und 33 Meter hoch ist das Musiktheater Linz. Auf einer Fläche so groß wie acht Fußballfelder befinden sich 970 Räume.
Oper der Oberliga
Das neue Musiktheater in Linz
Während in anderen Ländern Theater und Opernhäuser geschlossen werden, wird in Linz ein Haus der Superlative eröffnet: 180 Millionen Euro teuer, mit allerfeinster Technik und gewaltigen Möglichkeiten für die vier Sparten Oper, Operette, Ballett und Musical. Der Weg dahin war lang und von jahrelangen politischen Querelen sowie einer Volksbefragung begleitet.
Mit dem neuen Bau will sich Linz in eine neue musikalische Liga katapultieren. Doch die Ausgangslage ist schwierig. In Zeiten von Sparmaßnahmen und Wirtschaftskrise muss sich die neue Spielstätte nachhaltig etablieren, um langfristig eine stabile Auslastung zu erzielen. Einen durchaus prominenten Platz hat das neue Musiktheater nach jahrelanger Standortsuche jedenfalls erhalten: am Volksgarten, im Stadtteil Blumau, nur wenige Geh-Minuten vom Linzer Hauptplatz entfernt. 162 Meter lang, 80 Meter breit und 33 Meter hoch ist das Gebäude. Auf einer Fläche so groß wie acht Fußballfelder befinden sich 970 Räume. Die Mitarbeiter stammen aus 25 Nationen. Im Fundus befinden sich mehr als 100.000 Kostüme. In den Foyers sollen sich bald bis zu 1200 Zuschauer pro Abend tummeln.

Multifunktional und modern
Das akustische Raumvolumen des Auditoriums gleicht jenem der Mailänder Scala. Und Komfort und vor allem Platz wird hier groß geschrieben - für Publikum und für Künstler. Der ganze Stolz des Theaters ist die multifunktionale Drehbühne. Sie zählt zu den größten und modernsten in Europa, die buchstäblich alle Stücke spielt. Denn auf ihr können bis zu fünf fertig aufgebaute Produktionen gleichzeitig rangiert werden. Für einen fulminanten Auftakt soll die Oper "Spuren der Verirrten" sorgen. Eine Uraufführung in drei Akten, basierend auf dem gleichnamigen Text von Peter Handke. Komponist Philip Glass, hat den Stoff in Musik gegossen. "Ich bin froh, wieder hier, in diesen wunderbaren Haus zu sein", so Glass, "mit einer Produktion, die so viele talentierte Menschen zusammenführt. Es ist eine unglaubliche Mischung aus Tanz, Musik, Theater und Oper. Für diese Inszenierung braucht es genauso ein Haus."

"Spuren der Verirrten" ist ein Stück über die Suche nach dem richtigen Weg. Dass der richtige Weg oft steinig und mit herben Rückschlägen gepflastert ist, zeigt die Entstehungsgeschichte des neuen Musiktheaters - sind doch von der ersten Idee bis zum fertigen Bau fast 30 Jahre vergangen, in denen es sich nach und nach zum politischen Spielball entwickelt. Im Jahr 2000 kippt eine Volksbefragung den Entwurf für ein Opernhaus im Römerberg. 2004 fällt die endgültige Bauplatz-Entscheidung. Fünf Jahre später folgt der Spatenstich - dort, wo einst auch Adolf Hitlers Planer ein Opernhaus vorgesehen hatten. 180 Millionen Euro verschlingen die Investitionskosten für das neue Musiktheater, das sich unter dem Motto "anspruchsvolle Vielfalt" in der heimischen Kulturlandschaft positionieren will. Auf dem Programm findet sich neben Oper, Operette und Ballett eine neu gegründete Musical-Sparte.

Wichtiger Testlauf
Während am Volksgarten Musiktheater geboten wird, behält das Schauspiel seine Heimat am alten Standort an der Promenade. Das ergibt zwei Spielstätten mit insgesamt fünf Sparten - alles unter einer Dachmarke. Und das bedeutet: Der Kartenverkauf muss deutlich angekurbelt werden. Benötigt doch das Landestheater jährlich rund 50.000 verkaufte Tickets mehr, um eine ausgeglichen Bilanz zu erreichen. Was kommt beim Publikum an, was nicht? Die kommenden Wochen und Monate werden ein wichtiger Testlauf für das neue Musiktheater, das sich nun seinen Platz in der heimischen Kulturlandschaft erobern muss.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Sendung zum Thema
"Spuren der Verirrten"
aus dem neuen Musiktheater Linz
Sonntag, 14.04.2013
um 10.15 Uhr auf 3sat