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Viele Menschen kennen Yoko Ono nur in Zusammenhang mit Beatles-Sänger John Lennon - dabei gab es ein Leben davor und seit 38 Jahren ein Leben danach, als Witwe aber immer als erfolgreiche Künstlerin.
Viele Menschen kennen Yoko Ono nur in Zusammenhang mit Beatles-Sänger John Lennon - dabei gab es ein Leben davor und seit 38 Jahren ein Leben danach, als Witwe aber immer als erfolgreiche Künstlerin.
Weltverbesserin
Yoko Ono zum 85. Geburtstag
Die Hochzeit mit einem Rockstar macht sie berühmt. Yoko Ono ist erst John Lennons Ehefrau, dann Witwe. Doch eigentlich ist sie Künstlerin, Komponistin, Sängerin und Filmemacherin. Am 18. Februar 2018 feiert sie 85. Geburtstag.
Yoko Ono liebt das Spiel mit der Veränderung, dem Neuen, dem Unkonventionellen. Ihre Kindheit, die sie seit ihrer Geburt 1933 in Japan wie in den USA verbringt, prägt ihren Lebensweg. Nicht etwa ihr Studium der Philosophie, Kunst und Komposition kann sie begeistern, sondern die bewegte Kunstszene New Yorks. 1959 zieht sie nach Manhattan und lässt sich von der Stadt, die sich zu der Zeit in einem neuen Kunsthoch befindet, inspirieren. "Man muss einfach springen", sagt sie. "Dann strömt dir die Energie zu." Sie springt und etabliert sich als eine der erfolgreichsten Konzeptkünstlerinnen der Welt.

"In der Kunst ermöglichen es meine Instruktionen, einem zwei- oder dreidimensionalen Werk eine vierte oder fünfte Dimension zu öffnen", erklärt Yoko Ono und versucht damit den Betrachtern ihrer Kunst, Raum zur Interpretation zu lassen. In Filmen, Fotos, Songs, Dokumenten und Skulpturen vermischt sie stets Privates, Künstlerisches und politische Statements. "Ich verändere Leute. Ich verändere die Gesellschaft", sagt sie und schafft Kunst, die Tabuthemen auf direkte Weise anspricht und wohl genau deswegen kontroverse Reaktionen auslöst.

Nicht Schuld an der Trennung der Beatles
© dpa John Lennon und Yoko Ono beim "Bed-In" in Amsterdam
John Lennon und Yoko Ono beim "Bed-In" in Amsterdam
Lennon und Ono sind ein Dreamteam, demonstrieren zusammen für Weltfrieden, machen Musik und führen ein bewegtes Leben in der Öffentlichkeit. Als sich die Beatles trennen, geben eingefleischte Fans und sogar Bandmitglied Paul McCartney Ono die Schuld. Erst 25 Jahre nach der Trennung der Band können McCartney und Ono den Streit beilegen - was ihr viel bedeutet: "Ich war natürlich sehr dankbar", sagt sie 2012 in einem Interview. Der Mord an John Lennon 1980 führt zu einer tragischen Wende in Onos Leben. Mittlerweile Mutter zweier Kinder, macht sie es sich zur Lebensaufgabe, die Musik ihres verstorbenen Ehemannes zu verwalten - ohne jedoch auf ihre eigene Karriere zu verzichten. Zahlreiche Ausstellungen und Inszenierungen weltweit zeigen ihr künstlerisches Können, wie zum Beispiel die Inszenierung des Berliner Aktionskünstler Gerald Uhlig, "New York Story" in Saarbrücken-Wadgassen 1996.

Yoko Ono bleibt Aktivistin: Vom 1998 gegründeteten Umweltpark in New York am Harlem River, über die Beteiligung an der Kampagne gegen George W. Bush "Make Some Noice" bis hin zur Stiftung des Lennon-Ono-Friedenspreises 2002, der 2012 an Lady Gaga verliehen wird - Yoko Ono versucht, Dinge, Menschen und Denkweisen zu verändern. Sie erhält Preise, wie etwa einen Grammy 2001 oder den Goldenen Löwen auf der Kunstbiennale in Venedig 2009.

Bis heute ist sie unermüdlich aktiv und kreativ, auch wenn immer wieder Meldungen über Krankenhausaufenthalte und nachlassende Gesundheit ihre Fans beunruhigen. Erst kürzlich zeigte sie Yoko Ono beim "Women's March" in New York mit "Imagine Peace"-Schild wieder auf Mission. "Wir Frauen müssen das machen", sagte sie dem "New Yorker", "für uns, aber auch für die Welt". Für 2018 sind Ausstellungen mit ihren Werken unter anderem in Kanada, Island, den USA, Südafrika und Aachen angekündigt.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, live um 19.20 Uhr
Kulturzeit-Interview mit ...
© reutersVideoYoko Ono
geführt von Marion Skalski (engl., 2013)