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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© dpa Video
Die Halverder Grundschüler und ihre Eltern kämpfen um ihre Schule.
Die Dorfschule muss bleiben
Das kleine Halverde kämpft um Sonderregelung
Im kleinen nordrhein-westfälischen Halverde, das so aussieht, wie man sich ein Dorf aus Kinderbüchern von Astrid Lindgren vorstellt, scheint die Welt noch in Ordnung. Und bis vor Kurzem war das auch so. Doch dann kam Post aus dem weit entfernten Düsseldorf: Die Grundschule soll geschlossen werden.
Ein Gesetzentwurf aus dem Schulministerium sieht vor, dass Grundschulen mit weniger als 46 Kindern geschlossen werden sollen - das Land muss sparen. Schlechte Karten für Halverde: Momentan gehen zwar noch 50 Schüler auf die Marienschule, doch wie sieht das in Zukunft aus?

Land will bei Grundschulen sparen
© dpa Lupe
Eine Stunde Schulweg ist für Grundschüler eine enorme Belastung.
Wird die Mindestzahl unterschritten, müssten die Grundschüler in den nächsten Ort. "Die Kinder müssten immens weitere Wege auf sich nehmen", sagt Anne Meck von der Elterninitiative Mariengrundschule. "Die aus den Bauernschaften hätten teilweise Fahranfahrtswege von einer knappen Stunde - für einen Weg. Ich halte das für eine enorme Belastung für die Kinder, die lernen sollen, schon vor Schulbeginn eine Stunde im Bus zu sitzen. Wenn sie eingeschult werden, sind sie fünf Jahre alt. Ich halte das für viel besser, wenn man sich auf sein Fahrrad schwingen kann und in fünf Minuten in der Schule ist und entspannt und frisch den Tag starten kann."

Ganz Halverde kämpft für seine Schule. Die Kinder wachsen hier in der Dorfgemeinschaft auf, fühlen sich wohl und geborgen. Sie identifizieren sich mit dem Ort und mit ihrer Schule. Und wenn es nach den Dorfbewohnern geht, soll das so bleiben. Hier sitzen Kinder, deren Eltern bereits hier unterrichtet wurden. Die Lehrer kennen die Schüler, deren Familienstrukturen. Weil die Schule so klein ist, werden die Kinder seit Jahren jahrgangsübergreifend unterrichtet. Klasse eins und zwei sowie Klasse drei und vier haben jeweils gemeinsam Unterricht.

Sonderregelung bei langen Schulwegen
"Für Kinder dieser Altersstufe ist es sicher schöner, wenn sie hier vor Ort unterrichtet werden, auch wenn es bedeutet, jahrgangsgemischt unterrichtet zu werden", sagt Schulleiterin Marlies Graessle. Der jahrgangsgemischte Unterricht habe sicherlich Nachteile, aber auch viele Vorteile: "Kinder lernen von früh auf, selbständig zu arbeiten, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Die Kleinen schauen sich viel von den Großen ab, es fallen also oft Regeln, die man sonst einführen muss, weg, weil es automatisch übernommen wird."

Bis jetzt sind nur die Großen mit dem Schulbus unterwegs - zu den weiterführenden Schulen. Daran soll sich nichts ändern. Im Dorf will man erreichen, dass die alte Regelung im Schulgesetz erhalten bleibt: Ist der Schulweg zu lang, dürfen auch kleine Grundschulen bleiben. Diese Sonderregelung ist im Entwurf ersatzlos gestrichen. Die Halverder fürchten daher um die Zukunft ihres Ortes.

"Hätten wir keine Grundschule mehr vor Ort, wäre es sicherlich so, dass junge Leute auch nicht mehr hier bauen würden", sagt Ortsvorsteher Karl Maaßmann, "und auch keine Zuzüge von jungen Familien mehr zu verzeichnen wären. Das gesamte Leben im Ort würde langsam aber sicher versiegen. Die Kinder spielen nicht mehr vor Ort, sie müssten weit gefahren werden, der Ort würde überaltern und letztendlich versiegen. Man kann das auch mit einem Satz zusammenfassen: Ohne Grundschule in einem Ort wie Halverde würde der Ort sterben."

Vorerst gerettet
Nachwuchssorgen haben sie bislang aber nicht. In den vergangenen Monaten hat die Elterninitiative unermüdlich Slogans entwickelt, Briefe geschrieben, Politiker im Dorf herumgeführt. Alle zogen an einem Strang. Und die Mühe hat sich gelohnt: Im Ministerium hat man ein Einsehen: Die Ausnahmeregelung wird wieder eingeführt. Die Grundschule scheint vorerst gerettet. Der neue Gesetzentwurf muss noch verabschiedet werden, aber das scheint eine reine Formsache zu sein.

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