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SENDUNG vom 29.09.2016
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© dpa Lupe
Was für Menschen wollen wir erziehen?
Tempo Bildung
Wo sind die Ideale geblieben?
Was läuft falsch im einstigen Land der Dichter und Denker? Welche Bildung brauchen wir und welche Wertmaßstäbe? Hat das Humboldtsche Bildungsideal heute noch Gültigkeit? Darüber sprechen wir in "Kulturzeit extra: Tempo Bildung".
Die Beschleunigung der Bildung in Deutschland gilt als gescheitert. Die Bologna-Reform produziert nur Absolventen und keine Persönlichkeiten, die braucht aber die Wirtschaft, sagt jetzt sogar schon der Physiker und Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler. Andere gehen noch weiter. Wir erziehen an unseren Universitäten Untertanen, warnen Erziehungswissenschaftler zehn Jahre nach der Einführung von Master und Bachelor. Auch die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre erregt vor allem Verdruss und wird in einigen Ländern schon wieder zurückgefahren.

Dabei waren Reformen bitter nötig: alte Absolventen, chronische Unterfinanzierung, größerer Andrang, erhöhte Ausbildungsanforderungen, Globalisierung, internationaler Wettbewerb. All diese Probleme sollte die Bologna-Reform lösen - auf einen Schlag. Was für Menschen wollen wir erziehen?

Wertewandel
© zb bildfunk Video
Bildung ist der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere. Je mehr man in die eigene Zukunft investiert, desto mehr holt man später raus. Druck, Stress, Getriebensein, keine Zeit mehr für Freunde und Familie - Karriere hat ihren Preis. Und den wollen viele heute nicht mehr zahlen
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Mit Druck zum Erfolg?
© Reuters Video
Es sollte so schön werden, das Studentenleben. Doch nun ist es erst einmal nur: voll. Studentenschwemme dank Bologna-Reform. Bologna? Dort wurde 1999 beschlossen, dass statt Diplom oder Magister nun Bachelor und Master das Studium abschließen
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Non scholae, sed vitae ...
© dpa Video
Bildung in Deutschland, das heißt: mehr als 140 staatliche und private Universitäten und Hochschulen, die ausbilden, hunderttausende Studenten, die zunehmend im Akkord durch Hörsäale und Bibliotheken geschleust werden. Für was ist die ganze Bildung gut?
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Reifeprüfung
© dpa Video
Endlich Abi! Doch wie reif sind Schüler mit dem Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife in der Tasche wirklich? Einen reifen Apfel kann man erkennen, aber einen reifen Menschen? Fakt ist: Die Studienanfänger werden immer jünger.
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Unsere Gäste

Prof. Dr. phil. habil. Andreas Dörpinghaus
© Dörpinghaus Lupe
Dörpinghaus ist Professor an der Universität Würzburg. In Duisburg, Düsseldorf und Essen studierte er Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Geschichte. Nach Dissertation und Habilitation arbeitete er als Hochschuldozent an der Universität Duisburg-Essen. Heute führt er den Lehrstuhl für Pädagogik II an der Universität Würzburg und ist zusammen mit Jörg Klawitter Prodekan der Philosophischen Fakultät II. Zudem ist er unter anderem Vorstand des Zentrums für Lehrerbildung und wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Comenius-Gesellschaft sowie der Würzburger Forschungsstelle Historische Bildmedien.

Dörpinghaus sieht durch den Umbau der Universitäten die Bildung in Deutschland bedroht. Die Verschulung der Unis behindere den Zugang zu wissenschaftlicher Neugier und Eigenständigkeit der Studenten, sagt er. Das werde tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
© JLU-Pressestelle  Franz Möller Lupe
Mukherjee studierte an der RWTH Aachen Anglistik, Biologie und Erziehungswissenschaft. Nach seinem Magisterabschluss und zwei Staatsexamen arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn, an der er 2000 promovierte. Die Habilitation folgte 2003. Mukherjees Schwerpunkte sind neben angewandter Linguistik und englischer Syntax auch die computergestützte Korpuslinguistik sowie die Varietätenforschung. Er ist Mitglied des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) und des Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) und setzt sich darüber hinaus auch für verschiedene internationale Forschungsprojekte und Kooperationsprogramme ein. Seit Dezember 2009 ist er Präsident der Justus-Liebig-Universität in Gießen, an der er seit 2003 als Professor Englische Sprachwissenschaft forscht und lehrt. Seit dem 1. Januar 2012 besetzt er zudem das Amt als Vizepräsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).

Mukherjee verteidigt den Bologna-Prozess. Durch die Reform sei das Studium transparenter und planbarer geworden, die Zahl der Abbrecher drastisch gesunken, die Absolventen auch nach ihrem Master deutlich jünger als früher.

Kulturzeit extra
"Tempo Bildung - Wo sind die Ideale geblieben?
Donnerstag, 18.10.2012
um 19.20 Uhr auf 3sat
Schwerpunkt
Zwischen Elite-Unis und Hochschulchaos
Mediathek
© dpaVideoInterview mit Dieter Lenzen
Präsident der Uni Hamburg, geführt von Teresa Corceiro
Blog
© dpaBildung im Zeitraffer
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