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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© dpa Video
Drei Monate vor der Wahl bekämpfen sich die Kandidaten für das US-Präsidenten-Amt in bitterbösen Kampagnen.
Wenn das Netz mächtig macht
Ein Politberater über die Methoden der US-Wahl
Drei Monate vor der Wahl bekämpfen sich die Kandidaten für das US-Präsidenten-Amt in bitterbösen Kampagnen. Der Politberater Julius van de Laar kennt sich hinter den Kulissen aus. Er hilft heute deutschen Politikern dabei, ihren Auftritt nach US-Vorbild aufzumöbeln.
"Natürlich geht es im Wahlkampf ums Gewinnen", sagt van de Laar. "Niemand will verlieren, niemand in der Opposition sitzen. Gleichzeitig muss man sich fragen: Wie weit will ich gehen?" Van de Laar kam als Basketball-Stipendiat in die USA. Zwei Kreuzbandrisse zerstörten seinen Traum. Doch dann begann das Obama-Fieber. 2004 gründete der Deutsche einen Studentenclub für den damaligen Senator - so erfolgreich, dass Obama ihn anwarb. Als "Youth Vote Director" half van de Laar im Swing-Staat Missouri Wähler zu werben - mit Techniken, die in Deutschland kaum legal wären. Eigens entwickelte Software-Spione sammeln und verknüpfen Daten von Millionen potenzieller Wähler. Besonders effizient ist die Erfindung des Sozialen Netzwerks "Mybarackobama.com".

Facebook-Connect übernimmt die Kontrolle
"Die Obama-Kampagne gibt mir die Möglichkeit, mich mit Facebook-Connect anzumelden", erklärt er. Sofort könne auf sämtliche Facebook-Daten zugegriffen werden. Das könne so so weit gehen, "dass sie unter meinem Namen auf meiner Pinnwand postet, was natürlich toll ist, weil sämtliche meiner Unterstützer denken, ich hätte sehr viel Positives über Obama gepostet. Das heißt, ich kann im Endeffekt eine kleine Wahlarmee schaffen, nur viel effektiver, weil sie mit ihren eigenen Freunden sprechen."

Die Kampagne kapert aber nicht nur den Facebook-Auftritt ihrer Anhänger. Um Wähler zu ködern, kämpft man auch mit neuen Smartphone-Apps. Darauf ist für jeden nutzbar Name, Anschrift oder politische Haltung potenzieller Wähler zu erkennen. Obamas Online-Offensive - allein 2012 mobilisierte sie rund 1,3 Millionen Spender - ist so erfolgreich, dass längst auch die Republikaner im Netz mitrüsten. Doch auch die neuen Medien sind mit Kosten verbunden. Sie machen teure Kampagnen noch teurer und erhöhen so die finanziellen Hürden für den, der in den USA politisch aktiv werden will. "Es geht mittlerweile um sehr, sehr viel Geld", so van de Laar. "Es ist viel Macht - nicht nur die Macht des einzelnen Politikers, sondern auch die Macht von Leuten, die darum sind."

Problem Superpacs?
Für van de Laar sind die sogenannten Superpacs der Fehler im System. Anfang 2010 erlaubte der Oberste Gerichtshof die Gründung dieser Wahlvereine. Ohne Limit dürfen sie Geld in Kampagnen pumpen - bevorzugt solche, die Kandidaten schlecht machen. Die Geldmacht der Superpacs ist für van de Laar auch der Grund, warum Obama immer öfter bei Spenden-Galas auftritt. Ein Abend mit George Clooney spült schonmal 15 Millionen Dollar in die Wahlkasse. Geld, das die Kandidaten brauchen, um den Gegner zum Schluss noch einmal richtig fertig zu machen. Allein der Showdown soll diesmal 2,5 Milliarden Dollar kosten.

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