Der interaktive Charakter des Fern- sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
"Prinz Friedrich von Homburg" ist ein blutiges Schlachtengemälde, ein Plädoyer für den Krieg. Heinrich von Kleist hat es geschrieben, um Friedrich Wilhelm III. zur Erhebung gegen den ihm aufs Blut verhassten Napoleon aufzuhetzen.
Zum nicht ganz einfachen Plot im Schnelldurchlauf: Dem traumwandelnden Prinzen werden - ein spaßiges Experiment des Kurfürsten - die Insignien von militärischem Ruhm, von politischer Macht und die Prinzessin wie eine Karotte vor die Nase gehalten. Vom Wachtraumerlebnis am nächsten Tag ordentlich gebeutelt, ist der junge Prinz bei der Schlachtplanbesprechung unaufmerksam. Er bläst wider den ausdrücklichen Befehl vorschnell zum Angriff. Einen Sieg erringt er zwar, doch hat er die militärische Order gebrochen. Darauf steht der Tod. Der Prinz durchlebt Triumph und Todesangst, ständig dreht sich sein Schicksal: Worauf darf man vertrauen, was ist wahr?
"Prinz Friedrich von Homburg" von Heinrich von Kleist Regie: Andrea Breth, Salzburger Festspiele Weitere Vorstellungen:04., 05., 07., 08., 09., 11. und 12.08.2012