Die Entscheidung der Unesco haben auch die Fundamentalisten von "Ansar Dine" für sich genutzt. Die Gruppe, zu der auch El-Kaida-Kämpfer aus Marokko gehören sollen, demonstriert im Fokus der Öffentlichkeit ihre eigene Stärke. "Das ist auch eine klare Botschaft zur malischen Armee, zur malischen Regierung und zu der ganzen Welt", sagt Mamadou Diawara, Ethnologe an der Universität in Frankfurt am Main. "Wir sind da, wir ziehen das durch, und wir lassen nicht locker." Mit der Zerstörung der Heiligengräber folgen die Islamisten ihrer eigenen Glaubenslogik: In der salafistischen Auslegung des Islam gibt es keinen Platz für Heilige. Zwischen Gott und dem Menschen darf es keine Zwischenstufe geben. "Es geht darum, diese Intermediation zwischen Gott und den Menschen weg zu radieren", so Diawara, "und zwar mit den wichtigsten Mitteln, egal ob es Krieg ist oder ob es Zerstörung ist."