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Moderatoren
Video-Porträt
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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© Key of Return Aida Youth Centre Video
Kein Schlüssel zum Erfolg: der "Key of Return" auf der Berlin-Biennale
Schwer zu fassen
Berlin-Biennale scheitert mit Aktivismus
Kunst als Motor für politische Ideale: Die Berlin-Biennale 2012 wollte mehr sein als nur eine Ausstellung. Der polnische Kurator Arthur Zmijewski wollte durch Kunst mobilisieren. Dafür hat er die Occupy-Bewegung kurzerhand ins Museum gesetzt. Doch das Urteil der Kritiker war eindeutig: Mit ihrem Aktivismus ist die Biennale gescheitert.
"Die Kuratoren haben das Herz schon am richtigen Fleck gehabt", sagt Kunstexperte und Künstler Thomas Eller. "Aber wenn man im politischen Prozess selbst etwas bewegen will, muss man Thesen entwickeln, politische Thesen, was genau sich ändern soll. Ich denke, dass hat die Biennale nicht unternommen. Die Biennale hat den einzelnen Akteuren, scheinbar […] eine Plattform gegeben."

Muster der Empörung
© Marta Gornicka Lupe
Martin Zet sammelte Thilo Sarrazins Bücher.
Es ist ein instinkt-orientiertes Spiel mit Empfindlichkeiten und gewollter Provokation. Zum Beispiel wollte Martin Zet Thilo Sarrazins Bücher einsammeln, damit sie verschwinden. Nur wenige Exemplare hat er bekommen. Instinkt war kein guter Berater. Mit Themen wie Rassismus und Vertreibung bedient die Biennale oft die Muster der Empörung, so auch der Kongress von Yael Bartana, Auftakt zu einem Projekt, mit dem die Künstlerin 3,3 Millionen Juden dazu bewegen will, den Holocaust rückgängig zu machen und nach Polen zurückzukehren. "Wir haben einige Konflikte oder Konfliktsituationen produziert - mit den Arbeiten und den Interventionen", sagt Ko-Kuratorin Joanna Warsza. "Leider haben wir die Konflikte nicht immer richtig vermittelt. Ich glaube, wenn wir aus einer Ausstellung einen politischen Moment machen wollen, dann müssen wir lernen, Konflikte zu vermitteln. Wir müssen den Konflikt auf eine andere Ebene heben, etwas Neues daraus machen, um daraus Lösungen oder Ergebnisse zu entwickeln."

Auf der Berliner Friedrichstraße sollte die Peace Wall von Nada Prlja als Trennung zwischen Arm und Reich den Dialog über Ungleichheit anstoßen. Das Werk mit politischem Ansatz lief ohne Vermittlung an den Anwohnern vorbei und musste nach Protesten sogar vorzeitig abgebaut werden. "Mit Parolen kann man auf die Straße gehen, im Kunstkontext muss es ein bisschen subtiler gearbeitet sein, um zu wirken", sagt Thomas Eller. "Das heißt jetzt nicht, dass das nicht aufgetaucht ist auf der Biennale, es gab das schon auch. Es gab schon auch den Holzhammer, wie das Blutopfer von Antanas Mockus, der einen moralisch unter Druck gesetzt hat, dass man sein Blut spenden sollte, um so einen ganz komplizierten Mechanismus zu betätigen."

Schwer zu fassen
© Marta Gornicka Lupe
Mockus lässt für jeden Drogentoten eine Flagge in Säure sinken.
Auch der Kolumbianer Antanas Mockus - ein wichtiger Politiker in seinem Land - will Kunst und Politik vereinen. Das passt zu Zmijewskis Idee einer ganz praktischen Wirkungsmacht der Kunst: Eine Flagge sinkt mit jedem Drogentoten tiefer in einen Bottich mit Säure, nur Blutspenden verhindert das. "Wir leben in einer Welt der Interessen", sagt Mockus. "Aber Interessen, die nicht mit Emotionen einhergehen, wirken zerstörerisch. Grundsätzlich sind Interessen etwas Nützliches. Aber der Mensch muss lernen, Interessen in Rahmen zu entwickeln, die aus der Kunst kommen. Rahmen, die Gefühle und Reflektionen mit einschließen."

Die Biennale hat viele Nadelstiche gesetzt, und bleibt doch schwer zu fassen. Ablehnung bei der offiziellen Kritik und Zuspruch beim jüngeren Publikum. Die Wirkung dieser Veranstaltung muss sich vielleicht erst noch zeigen. "Die energetische Schubkraft von politischen Bewegungen muss aus den Menschen selber kommen", sagt Thomas Eller. Wenn die Menschen sich nicht selbst bewegen, kann die Kunst die Bilder dafür nicht abgeben. Und es kann keine Avantgarde geben, wenn nicht hinterher noch andere hinterher reiten."Der Kurator wird hart kritisiert. Zmijewksi wollte auf politische Prozesse einwirken, mit Kunst die Gesellschaft und mit der Biennale die Kunst ein Stück weit verändern. Das war ein Kampf, der Kraft gekostet und auch bei Arthur Zmijewski Spuren hinterlassen hat.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Ausstellung
Berlin-Biennale
27.04. bis 01.07.2012
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