Jeder Pole sollte die Rolle des Gastgebers einnehmen und wurde allenthalben daran erinnert. Ein Claim, so sagt man in der Werbung, der aufging. "Die Europameisterschaft sollte einmal kein Spiegel sein, den wir uns vorhalten, sondern ein Fenster, in dem wir stehen und uns der Welt präsentieren: das sind wir, die neuen Polen", so Hilt. Und das neue Polen ist da: weiß-rot, die Nationalfarben werden gezeigt, gehalten gesungen, ein neuer Patriotismus ist da, der nicht gegen, sondern der für etwas antritt: Polen, so scheint es, hat sich beim Fußball selbst gefunden. "Das wurde von einer Generation dominiert, die sich an den Kommunismus nicht mehr erinnert, die anders denkt, die anders ausgebildet wurde, nämlich in einem anderen System", erklärt der Soziologe Konrad Maj. "Das ist wohl der Moment für uns zu sagen: unser Transformationsprozess ist beendet!"