Montag bis Freitag 19.20 Uhr
Archiv & Vorschau
Mai 2013
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
29
30
010203
04
05
0607080910
11
12
1314151617
18
19
2021222324
25
26
27
28
29
30
31
01
02
Moderatoren
Video-Porträt
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
NavigationselementNavigationselement
© dpa Lupe
Das Werk "Merkaba" von Anselm Kiefer ist in Bonn zu sehen.
Keine Meisterleistung
Die Kiefer-Schau der Bundeskunsthalle empört
Bonn zeigt eine Ausstellung über Anselm Kiefer - auf den ersten Blick ist darin kein Skandal zu entdecken. Doch sobald man weiß, dass die Bundeskunshalle hier ohne kunsthistorische Einordnung eine Privatsammlung feiert, kommt man ins Grübeln. So geschehen bei der aktuellen Kiefer-Schau "Am Anfang".
Die Werke der Schau stammen komplett aus dem Besitz des Sammlers Hans Grothe. Kritiker monierten, dass dadurch nur einem Privatsammler gehuldigt werde und lediglich Altbekanntes zu sehen sei. In der Tat zeigt das bloße Ausstellen einer Privatsammlung nicht gerade den "geistigen und kulturellen Reichtum der Bundesrepublik Deutschland", den die Bundeskunsthalle eigentlich darstellen soll.

Nicht das erste Mal Privatsammlungen
© pr Lupe
Bundeskunsthalle, seit 1992 in Bonn
"Mit Secondhand-Ausstellungen in die Bedeutungslosigkeit" beschrieb die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" die "ideenlose Museumspolitik" der Bundeskunsthalle unter Intendant Robert Fleck. Denn es ist nicht das erste Mal, dass private Sammlungen als Ausstellung präsentiert werden. Zudem war die Kiefer-Ausstellung aus der Sammlung Grothe bereits genau so in Baden-Baden ausgestellt. Nicht gerade eine Meisterleistung für eine Bundeskunsthalle mit einem Ausstellungsetat von sechs Millionen Euro.

Dass es ausgerechnet der Sammler Grothe ist, dessen Besitz nun für den Skandal sorgt, ist kurios. Denn schon 2001 gab es Ärger in Bonn um Grothe: Er hatte Kunstwerke, die er damals als Leihgabe dem Kunstmuseum Bonn überlassen hatte, abgezogen und versteigert - gegen den Willen der Künstler und gegen die Abmachungen. Intendant Robert Fleck zog offenbar Konsequenzen aus den aktuelen Angriffen und kündigte an, die Bundeskunsthalle Ende 2013 zu verlassen - auch wenn er beteuern ließ, dass sein Abschied nichts mit der Kritik an der Kiefer-Schau zu tun habe.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr