Der internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten in Lindlar sieht dagegen Kinderrechte gestärkt. "In vielen Fällen entscheiden sich Eltern gegen den Willen ihrer Kinder für eine Beschneidung", sagte ein Sprecher des Bundes. "Das Urteil klärt darüber auf, dass das eine Straftat ist." Auch die Deutsche Kinderhilfe hat das Kölner Beschneidungsurteil begrüßt und die Kritik von Religionsvertretern daran als überzogen bezeichnet. "Die Tatsache, dass ein die körperliche Integrität von Kindern erheblich verletzendes Ritual eine Jahrtausende alte Tradition ist, rechtfertigt für sich nicht deren Beibehaltung", erklärte die Kinderschutzorganisation in Berlin. Unabhängig von religiösen Motiven sehen Mediziner wiederum in der Beschneidung von Männern Vorteile. Die Ansteckungsgefahr mit sexuell übertragbaren Krankheiten werden geringer, wie der Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit am Katholischen Klinikum Bochum, Norbert Brockmeyer, mitteilte. Die besten Studienergebnisse liegen seinen Angaben zufolge für die HIV-Übertragung vor. Deshalb werde die männliche Beschneidung auch von der Weltgesundheitsorganisation als Vorbeugungsmaßnahme befürwortet.