Die skurrilen Fantasien rund um den Schlaf reichen zurück bis ins 17. Jahrhundert. Der Schlaf, dessen wir am 21. Juni gedenken, hat in seiner langen Geschichte auch eine metaphysische Dimension. Wer beherzt schläft, den Kontrollverlust übers Bewusstsein beizeiten übt, der wird, wenn die Stunde naht, auch leichter sterben. Jede Bettruhe ist ein kleiner Tod. So dachten zumindest die gottesfürchtigen Romantiker und plagten die Ihrigen bisweilen mit recht bizarren Exerzitien. Wir lernen: Wer den Schlaf, die tägliche Auszeit, vernachlässigt, sich Morpheus Armen entreißt, um zu funktionieren, der bringt sich um elementare Erlebnisse des Menschseins. Immer nur online sein, allzeit erreichbar - das lässt die Seele sterben. Auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat jüngst laut Alarm geschlagen. Und die Wissenschaft stimmt zu. Es gibt ein Menschenrecht auf Muße und auf Schlaf.