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Kulturzeit heute
20. Mai 2013
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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© dpa Video
Das Akropolis-Museum kann sich noch lange Öffnungszeiten leisten. Viele andere Museen und archäologische Stätten in Griechenland müssen früher schließen.
Kultur ohne Geld
Teil II: Griechische Odyssee 2012
Das Geld gehört den wenigsten. Die Kultur gehört allen. Es heißt, aus Griechenland komme alle Kultur. Doch was geschieht mit einem Land, wenn es sich die eigene Kultur nicht mehr leisten kann?
"Wir hatten bereits gelernt, ohne Geld zu leben. Aber jetzt ist es noch schlimmer", sagt Despoina Koutsoumba, Vorsitzende des Verbands der griechischen Archäologen. "Wir können unser Personal nicht mehr bezahlen, wir haben nicht einmal mehr Geld für den Strom in den Museen. Und weil wir die Wärter nicht mehr bezahlen können, ist es nicht möglich, die Museen bis 19 Uhr offen zu halten."

Der Zug ist längst abgefahren. Im Jahr 2011 wurden die Ausgaben für Kultur um weitere 22 Prozent gekürzt. Ein Ende ist nicht abzusehen. Ohne Förderung gibt es weder eine Erforschung noch eine ausreichende Sicherung der Vergangenheit. Und ohne diese gibt es keine Zukunft. "Die letzten Jahre war die Regierung nur am Tourismus interessiert", sagt Despoina Koutsoumba. "Und das führte uns in die Krise. Sie wollte die Menschen davon überzeugen, dass die Altertümer uns behindern. Man könnte keine großen Projekte mehr entwickeln oder riesige Hotels."

Private Stiftungen unterstützten die Kultur
In Griechenland ist der Staat das wohl größte Projekt. Für das Überleben der Kultur müssen private Stiftungen sorgen. Das Kulturzentrum der Onassis-Stiftung sieht aus wie ein riesiges Hotel. Es beherbergt Theater, Ausstellungs- und Kongress-Säle. Mehr als 250 komplett privat finanzierte Veranstaltungen finden hier im Jahr statt. "Offensichtlich ist es um einiges leichter für private Institutionen, die keine staatliche Unterstützung brauchen", sagt Geschäftsführer Christos J. Karras. "In unserem Fall erhalten wir keine Unterstützung vom griechischen Staat. Im Rahmen der Krise ist das geradezu ein Segen: Wir haben einen Plan, wir haben ein Budget und wir sind in der Lage, unsere Pläne durchzuführen, ohne uns groß über die Finanzierung den Kopf zerbrechen zu müssen."

© dpa Lupe
Die Kulturstiftung von Aristoteles Onassis unterstützt Künstler in Griechenland.
Das Kulturzentrum der Onassis-Stiftung wird aus dem Erbe des griechischen Reeders Aristoteles Onassis finanziert. Er hatte mehr als 900 Schiffe und zwei berühmte Frauen. Onassis ist ein Mythos der griechischen Vergangenheit. Reeder werden in Griechenland bis heute nicht besteuert. Statt Steuern geben sie dem Land Geschenke. Im Onassis-Kulturzentrum spielt das "Klangfarbenorchester", eines der wichtigsten Orchester für neue Musik in Griechenland. Chefdirigent Miltos Logiadis hat unter anderem in München studiert - mit einem Onassis-Stipendium. Sein Orchester wäre ohne das Onassis-Kulturzentrum nicht mehr möglich. "Das Orchester gehört zum Kulturministerium", erklärt Miltos Logiadis. "Es gibt uns kein Geld mehr und das heißt nicht, dass uns das Kulturministerium plötzlich 30 oder 40 Prozent weniger gibt. Das heißt, das Kulturministerium gibt uns plötzlich 100 Prozent weniger, das heißt: gar nichts."

Künstler schließen sich zusammen
"Syntagma" ist ein vieldeutiges Wort: Es heißt "Verfassung", aber auch "Zusammengesetztes". In Griechenland ist alles sehr kompliziert zusammengesetzt. Vielleicht wäre ohne privates Engagement alles schon viel früher auseinander gebrochen? Die Tänzerin Zoi Dimitriou lebt bereits seit mehr als zehn Jahren in London. Im Onassis-Zentrum ist gerade ihre neue Choreografie entstanden. Woanders zu arbeiten, heißt nicht, dass man sein Land verlässt. "Jetzt kommen die Leute zusammen, bilden Gruppen und machen gemeinsame Kunstaktionen", sagt Zoi Dimitriou. "Das gab es vorher nicht. Früher war man mehr isoliert. Jeder Künstler wollte sein Ding machen, konkurrenzlos sein. Aber jetzt ist es notwendig, zusammen zu sein, denn es gibt einfach keinen anderen Weg." Gibt es einen anderen Weg? Wenn die Vergangenheit eine Zukunft haben will?

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Reihe
Kultur in Griechenland
Kulturzeit-Reihe in Zeiten der Krise
Griechenland
© dpaNikos Dimous' Aphorismen
"Über das Unglück, ein Grieche zu sein"
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