Ray Bradbury hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass sein umfassendes Werk sich durchaus einer Spielart von Viel- und Schnellschreiberei vedankt, einer laufenden Produktion, die grundlegende Motive immer wieder neu kombiniert und weiterentwickelt. Die "Mars-Chroniken", die Storys aus "Der illustrierte Mann" und "Fahrenheit 451" sind daher vielfach miteinander verbunden, leben von ausgeprägten Horroreffekten, von einem Erschrecken, das ein gewisses Maß von Gesellschaftskritik enthält, sich aber auch unverhohlen dem Wunsch nach zugkräftiger Unterhaltung verdankt. Diese Zwiespältigkeit macht seine Erzählungen seltsam unangreifbar. Sie sind nicht ganz von dieser Welt, also lassen sie sich mit dem naiven Blick des Unterhaltungssüchtigen wie mit dem geschärften Auge des Kulturkritikers goutieren.