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Moderation
CLIP: Vivian Perkovic
Themen am 17.10.2017Navigationselement
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© dpa Lupe
Zum zweiten Mal in drei Jahren zeichnet Cannes Michael Haneke aus.
Von Angst und Liebe
Michael Haneke gewinnt in Cannes
Regisseur Michael Haneke erhielt Standing Ovations für seinen Film "Liebe" ("Amour"). Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren gewann er in Cannes die Goldene Palme.
"Amour", ein Film über das Sterben, hat die Jury tief beeindruckt. George und Anne haben ihr ganzes Leben miteinander verbracht. Doch jetzt muss der Ehemann erkennen, dass das Gehirn seiner Frau nicht mehr richtig funktioniert. Es ist ein unerbittlicher Film. Die beiden Hauptdarsteller sind von ihrem Regisseur begeistert.

Von der Angst, die Liebe zu verlieren
© dpa Lupe
Trintignant spielt nach Jahren wieder in Film, weil Haneke ihn rief.
"Die Arbeit mit Michael Haneke an diesem Film war ein großes Glück für mich", sagt Emmanuelle Riva. "Ich bin versucht zu sagen, ein Genuss. Selbst die Szenen, die zuerst sehr schwierig erschienen, waren am Ende leicht." Und ihr Kollege Jean-Louis Trintignant gibt zu: "In den letzten 14 Jahren hatte ich keine Lust mehr, Filme zu machen. Ich liebe das Theater. Aber es war ein außergewöhnliches Angebot. Michael Haneke ist einer der besten Regisseure der Welt." "Amour" erzählt von der Angst, einen der liebsten Menschen zu verlieren und nichts dagegen, tun zu können. Es ist ein für Haneke ungewöhnlich sanfter Film mit Figuren, die uns ganz nahe kommen.

Die erste Goldene Palme bekam Michael Haneke 2008 für "Das weiße Band, ein Film über die Verkettung von autoritärer Erziehung und Gewalt. Viele seiner Werke sind geprägt von Verstörung und Brutalität. "Ich versuche, die Gewalt genauso wirkungsvoll wie die Liebe oder andere Gefühle einzusetzen", sagt der Regisseur. "Und ich wehre mich dagegen als Spezialist für Gewalt dargestellt zu werden." In "Amour" steht die Liebe im Vordergrund. Und wie viel von Haneke selbst steckt im Film? "Es wird ihnen nicht gelingen, mich zu interpretieren." Michael Haneke, in München geboren, lebt und arbeitet in Österreich und Frankreich. Jetzt gehört er zu den ganz Großen.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Filmfestival
Cannes 2012
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