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Kulturzeit heute
21. Mai 2013
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  • Kulturelle Bildung
Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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Das Greener-Maifeld-Derby ist ein Musikfestival mit Öko-Bewusstsein.
Echte Rockstars sind grün
Die Green-Music-Initiative für Umweltschutz
Beim Greener-Maifeld-Derby in Mannheim wollen alle Spaß. Sie wollen ihn schonend und nachhaltig, denn ein Musik-Festival hat normalerweise den CO2-Ausstoß einer Kleinstadt. Die Green-Music-Initiative sorgt dafür, dass das Festival möglichst klimaneutral abläuft.
"Man kann sagen: Das ist der gemeinsame Aufbruch zu einem grünen Festival", so der Projektleiter Roman Dashuber, "und wir beginnen mit der Baustelle, die am größten ist: Das ist die Mobilität." Ein Musik-Festival hat den CO2-Ausstoß einer Kleinstadt. Allein 40 Prozent der Emissionen entstehen durch die An- und Abreise der Fans. Da gibt es "Klimaschutzpotential", sagen Experten. Gut, sagen die Feierwütigen: Dann nehmen wir eben das Fahrrad. Nach 30 Minuten sind sie am Ziel. Das Klima dankt es ihnen, das Festival auch: mit einem Überraschungsgast: "Wir spielen ein Geheimkonzert", sagt der Musiker Tim Neuhaus. "Ich glaube, es ist eine Belohnung für Fahrradfahrt- Action."

Tim Neuhaus gilt als Geheimtipp der deutschen Singer/Songwriter-Szene. Er spielt exklusiv für die, die heute die Umwelt geschont haben. Und schon wieder schrumpft der CO2-Fußabdruck. Denn auch der Sound ist grün: Durch alle Kabel fließt Ökostrom. Der Betreiber des Festivalgeländes hat sich überzeugen lassen. "Eigentlich muss es so sein", sagt Jacob Bilabel, Gründer der Green- Music-Initiative: "Ein grünes Festival merkst du gar nicht. Wenn du als Gast auf einem grünen Festival bist, sieht es genauso aus. Es macht nur ein bisschen mehr Spaß."

Wer tanzt, erzeugt Strom
2008 hat Jacob Bilabel die Green-Music-Initiative gegründet - gegen die Alles-Scheiß-Egal-Mentalität, für mehr nachhaltigen Spaß. Dazu gehört auch grüne Clubkultur, zum Beispiel der Clubmob: Wer zum verabredeten Zeitpunkt einen bestimmten Club stürmt, macht ihn fit für die Zukunft. 100 Prozent des Tresengewinns fließen in die klimafreundliche Sanierung des Clubs. Beim "Sustainable Dancefloor" wird die Tanzfläche zum Kraftwerk. Wer dort tanzt, erzeugt Strom. Bis zu einen Zentimeter senkt sich der Boden ab. Die Bewegungsenergie führt über mechanische Federn zu vielen kleinen Generatoren. Pro Tänzer kommen so bis zu 20 Watt zusammen. Die Tanzenergie fließt in den Sound und zurück - natürlicher Kreislauf einer durchtanzten Nacht.

"Das Spannende an der Musikbranche ist, dass sie ein riesiges soziales Experiment ist", sagt Jacob Bilabel. "Du gehst auf ein Festival, um mit Musik, Licht, Drogen, Alkohol und Erfahrung zu experimentieren. Das heißt: Du bist Teil eines riesigen Experiments. Wie wir den Klimawandel aufhalten können, das wird auch ein riesiges, gesellschaftliches und soziales Experiment brauchen. Wir haben genug geforscht, genug Wissenschaftler und Ingenieure. Jetzt müssen wir Wege finden, wie wir das in die Gesellschaft tragen. Und da sind ein Festival und die Musikbranche ein idealer Ort." Riesenfestivals wie das Melt mit 30.000 Besuchern hat Bilabels Initiative schon grün gemacht. 2010 gab es dort erstmals auch die Fahrraddisko: Strampeln für den Sound des DJ.

Gemeinsam für den Umweltschutz
Lupe
Radeln zum Rockkonzert beim Greener Maifeld-Derby
Auch in Mannheim darf die Disko nicht fehlen. Der Müll ist dort das geringste Problem. Auf Mülltrennung wird verzichtet: Der getrennte Abtransport würde den CO2-Ausstoß erhöhen. "Wir haben hier sehr wenig Abfall", sagt Dashuber. "Der Abfall, den wir sammeln, kann sehr effizient wiederverwertet werden. Und das schlägt in der Umweltbilanz kaum zu Buche." Jede Innovation braucht Unterstützer: Für das grüne Festival in Mannheim hat sich die Green-Music-Initiative mit der Mannheimer Wirtschaftsförderung, der Popakademie, dem Clustermanagement Musikwirtschaft, der Veranstaltungstechnik von Session Music, der Klimaschutzagentur und natürlich dem Veranstalter zusammengetan.

Geld, Ideen, Technik, Know-How und natürlich Musik - funktionieren kann das alles am Ende nur, wenn auch die Künstler mitmachen. Der Rockstar als Bad Guy? Diese Zeit ist vorbei. Heute sind echte Rockstars grün. "Die Musikindustrie verändert sich gerade sehr", sagt der Musiker John K. Samson. "Geld verdient man heute mit Tourneen. So sieht die Realität aus, seitdem die Verkaufszahlen von Platten zurückgegangen sind. Also reisen wir die ganze Zeit. Ich denke, dass wir gerade als Musiker in Umweltfragen alarmiert sein müssen, weil wir Umweltverschmutzer sind - allein schon wegen unseres Jobs." Mit dem Rad gehts zu John K. Samsons Konzert. Es ist eine schöne Geschichte des Gelingens. Die Zukunft der Musikindustrie erstrahlt hell - unter energiesparenden LED-Lampen. Und wenn es beim Feiern doch ein Morgen gibt, dann wird auch die Welt - um es im Futur II zu sagen - eine große schillernde Diskokugel geworden sein.

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Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
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© Futur ZweiGeschichten des Gelingens
Ein Projekt von Futur Zwei und Kulturzeit
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