Julia Timoschenko hatte es 2004 selbst in der Hand, dauerhaft an der Macht zu bleiben und eine demokratische Ukraine aufzubauen. Die Orangene Revolution hatte den damaligen Wahlfälscher Viktor Janukowitsch weggefegt. Viktor Juschenko und Julia Timoschenko, Präsident und Ministerpräsidentin, waren die neuen Hoffnungsträger. Doch sie zerstritten sich. Nach nur einem halben Jahr im Amt entließ der Präsident seine Ministerpräsidentin, er warf ihr Sprunghaftigkeit und schlechte Wirtschaftspolitik vor. Timoschenko war erbost über ihre Entlassung und zeigte, dass sie aus Machtkalkül auch Grundsätze über Bord wirft. Sie brachte die neue Regierung durch ein Misstrauensvotum zu Fall und verbündete sich dafür ausgerecht mit ihrem Todfeind Viktor Janukowitsch. Das war fatal, denn letztlich rückte der dann auf den Posten des Premiers und suchte sogleich den Schulterschluss mit Moskau.