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Moderatoren
Video-Porträt
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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© Movienet Lupe
Von 2004 bis 2010 herrschte in der Berliner Bar 25 eine andere Realität.
Feiern fern des Realen
Die Geschichte der Bar 25 als Film
Willkommen in der Parallelwelt der Bar 25. Über kaum einen Club Berlins ranken sich derart unglaubliche Geschichten von Tanzen, Treiben und Kontrollverlust: 7000 Quadratmeter realitätsbefreite Zone mitten in der Stadt. Jetzt zeigt ein Kinofilm die Geschichte der Bar und ihrer Macher.
"Ich komme aus dem Osten und da war das so, dass wir alle immer das Gleiche anhatten", sagt Steffi Lotta. Sie erinnert sich an lange Schlangen für die ewig gleichen Cordhosen und Anoraks. Sie glaubt, dass "aus dieser Situation heraus bei mir etwas entstanden ist, was Abgrenzung oder sich anders anzuziehen, extrem groß gemacht hat." Christoph ergänzt: "Ich habe zehn Jahre lang Fotografie gemacht und irgendwann hat mich das alles nicht mehr befriedigt. Da kam ich mit diesen Leuten in der Mode-Werbe-Branche nicht mehr klar. Zur gleichen Zeit habe ich neue Leute kennen gelernt, mit denen ich neue Pläne geschmiedet habe, neue Ideen hatte. Daraufhin ist die Bar 25 entstanden."

Bretterverschlag als Vision
© dpa Lupe
Der Bretterverschlag der Bar 25 war für viele ein Zufluchtsort.
2004 nehmen diese Ideen Gestalt an: Aus den Brettern abgerissener Clubs zimmert eine Gruppe von Business-Hippies an einer gemeinsamen Vision: einem Zufluchtsort vor der grauen Normalität - mit eigenen Regeln, eigenem Wohnwagenpark und eigener Weltanschauung. "In dieser Realität, die uns umgibt, haben wir uns einen Ort erschaffen, der für uns Realität hat", sagt Steffi Lotta. "Das ist für uns das Leben. Was ist normal? Realitätsflucht würde ich das nicht nennen. Wir bauen uns eher ein Dorf auf, so, wie wir Lust haben zu leben, und merken, dass viele Leute, die in der Realität leben, auch Lust darauf haben, uns jedes Wochenende zu besuchen."

Tausende Besucher, wohlgemerkt: Sie kommen aus halb Europa und bleiben für ein, zwei, drei Tage oder länger. Irgendwo zwischen Schlafmangel, Wodka, Wachmachern und Konfetti verwandeln Touris und Hedonisten die Bar in einen Abenteuerspielplatz. Sie überschreiten ihre Grenzen, weil das hier völlig normal ist, weil kein böses Erwachen droht und die Musik niemals aufhört. "Ich glaube, das Wichtigste an dem ganzen Ding ist der Beat, der die ganze Zeit alle vorwärts treibt", sagt Christoph, "die Musik, die ein bisschen den Herzschlag darstellt. Um was sich das ganze Projekt dreht, ist, einen Ort zu schaffen, wo man feiern kann, wo man sich um nichts Gedanken machen muss, wo man sich keine Sorgen um Morgen machen muss, sondern sich gehen lassen und feiern kann."

Abschiedsparty ohne Ende
© Movienet Lupe
Für Christoph war die sieben Jahre in der Bar25 es ein "Lebensabschnitt".
Doch die Welt draußen lässt sich nicht ewig boykottieren. Die Stadt Berlin will das Gelände an Investoren verkaufen und kündigt der Bar den Mietvertrag. Die Macher wehren sich, veranstalten Demos, sammeln Unterschriften. Räumungsfristen werden verlängert, Rettungen verkündet und zurückgenommen. Im Herbst 2010 ist endgültig Schluss. Was bleibt, ist eine schier endlose Abschiedsparty, Geschichten der Bar, die von Jahr zu Jahr fantastischer werden und Erkenntnisse der Besitzer nach dem Leben in der Businesskommune. "Das war ein Lebensabschnitt", sagt Christoph. "Das waren sieben Jahre. Was meines Erachtens auch ganz gut ist, dass man dadurch wieder an einem Nullpunkt ankommt und sagt: Jetzt beenden wir das Thema. Dann kann jeder schauen, wohin die Reise von da aus geht."

"Schnapp dir deine Freunde, mit vielen kann man viel erreichen", ergänzt Steffi Lotta. "Und macht! Macht einfach! Wenn ihr eine Idee im Kopf habt: Macht sie einfach! Das ist, glaube ich, das Lebensgefühl." Die Bar 25 ist Club-Geschichte. Das passende Bewegtbild-Fotoalbum gibt es ab dem 3. Mai 2012 im Kino.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Film
© MovienetLupe"Bar 25"
Dokumentation
Deutschland 2012
Regie: Britta Mischer, Nana Yuriko
Filmstart: 03.05.2012