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Moderation
Video-Porträt
Cécile Schortmann
Bei Cécile Schortmann lässt gute Kunst alle Sinne vibrieren. Aber auch tolle Musik berührt unsere Moderato-
rin. Und wenn ihr der Beruf zu stressig wird, entspannt sie sich bei Yoga.
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© Reuters Lupe
Die Occupy-Bewegung hat eine ganze Abteilung auf der Berlin Biennale.
Die Kunst der Einmischung
Die Berlin Biennale im Zeichen des Weltgeschehens
Wie kann man dem Vergessen entgegenwirken? "Politiken und Kulturen der Erinnerung", heißt eines der zentralen Themen der Berlin Biennale 2012. Besonders Deutschland und Polen stehen im Fokus von Kunstprojekten, die sicherlich für Kontroversen sorgen werden.
Die nationalen und internationalen Künstler beschäftigen sich 2012 zudem mit den ganz großen politischen Themen: Krisen und Protestbewegungen, das geteilte Berlin und die einstige Schlacht um die Hauptstadt sowie der Wunsch nach einem Staat Palästina werden thematisch an den insgesamt sechs Ausstellungsorten aufgegriffen. So wurden beispielsweise 320 Birken aus dem Gebiet des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau bereits im November 2011 nach Berlin gebracht und zieren, meist unbeachtet, mittlerweile verschiedene Orte und Straßen. "Wir stellen Kunst vor, die tatsächlich wirksam ist, Realität beeinflusst und einen Raum öffnet, in dem Politik stattfinden kann", nennt dies der polnische Kurator Artur Zmijewski. Kritiker fragen dagegen, ob dies tatsächlich noch Kunst ist.

Martin Zets Installation viel kleiner, als geplant
Für mehr Aufsehen sorgte zu Jahresbeginn 2012 der Aufruf Martin Zets, die Bücher von Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab") als Zeichen der Ablehnung an Sammelstellen abzugeben, um daraus eine Installation zu fertigen. Da die genaue Gestaltungsform nicht bekannt war, fürchteten die Kritiker, dass die Bücher verbrannt würden - wie einst bei den Nationalsozialisten geschehen. "Statt in rationalen Auseinandersetzungen waren wir ins Reich der Fantasie geraten", kritisierte Kurator Zmijewski diese Unterstellung. Statt der erwarteten 60.000 Bücher sind in der Folge nur wenige Handvoll abgegeben worden, die nun in einer rund 1,50 Meter langen Box mit der Aufschrift "Deutschland schafft ab" in der Auguststraße in der Mitte Berlins zu sehen sind. Wie die Installation mit tausenden Exemplaren ausgesehen hätte, werden die Betrachter wohl nie erfahren.

© dpa Lupe
"Self ' Governing" der weißrussischen Künstlerin Marina Napruschkina
Kurator Zmijewski sieht sein Ziel dennoch erreicht. "Die Biennale selbst hat sich in ein Verfahren zur Gestaltung von Politik verwandelt", sagte der Pole und fügte hinzu: "Statt soziale Prozesse zu veranschaulichen und aus sicherer Distanz zu untersuchen, gelang es uns, die Biennale ins Feld politischen Geschehens zu überführen." Dies zeigt sich auch in Protestbewegungen wie Occupy Berlin und Wall Street sowie den spanischen Indignados, die die Kunstschau 2012 "als kollektives Experiment" begleiten, wie die Veranstalter mitteilten. Sie campen in einem der Ausstellungsräume und wollen auf die Schwäche von Politik und Wirtschaft aufmerksam machen. "Wir sind aber keine statische Bewegung, die ausgestellt wird", betonten die Anhänger, die nach eigener Aussage keinerlei Regeln seitens der Kuratoren zu befolgen haben. Auf Bewegung setzt auch Nada Prlja: Ab dem 2. Mai 2012 baut sie eine Mauer quer durch Berlins Einkaufsmeile, die Friedrichstraße.

Künstlergruppe Voina konnte nicht kommen
Als wäre die Zusammensetzung der Künstler und derer Projekte nicht schon ungewöhnlich genug, hat Zmijewski mit der Besetzung der assoziierten Kuratoren noch eins darauf gesetzt: Neben Landsfrau Joanna Warsza wurde die russische Künstlergruppe Voina bestellt, deren Mitglieder jedoch nicht nach Berlin reisen konnten, weil sie teils mit internationalem Haftbefehl gesucht werden. Die Berlin Biennale 2012 ist an politischer Spannung kaum zu überbieten.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Mediathek
© ZDFVideoInterview mit Martin Zet
geführt von Maren Beuscher im Januar 2012
Kunstausstellung
© dpaLupeBerlin Biennale
27.04. bis 01.07.2012
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