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Kulturzeit heute
20. Mai 2013
  • Pfingstmontag
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Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© dpa Lupe
Der Kölner Opernintendant Uwe Eric Laufenberg räumt vorzeitig seinen Posten.
Oper-Posse
Bizarrer Streit um Kölns Bühnen
Der Kölner Opernintendant Uwe Eric Laufenberg räumt im Streit mit der Stadt vorzeitig seinen Posten. Die Oper Köln sei ein todkranker Patient, sagte er am 24. April 2012 bei einer Pressekonferenz. Er könne ihr auch nicht mehr helfen und habe deshalb die Konsequenzen gezogen. "Ich denke, es ist vorbei."
Zuvor hat er um seine Oper gekämpft: um genügend Geld, den neuen Spielplan und ein klares Bekenntnis der Stadt. Doch Köln hat seinen Intendanten Uwe Eric Laufenberg versetzt. Genauer: Der Kulturdezernent Georg Quander sagte kurzfristig ab. Die Pressekonferenz, auf der der neue Spielplan präsentiert werden sollte, wurde zum emotional aufgeladenen Trauerspiel. "Eigentlich dachte ich bis vor einer Stunde, dass diese PK mit folgendem Satz beginnt: 'Ich stelle Ihnen heute meine letzte Spielzeit der Oper Köln vor. Mein Vertrag endet vorzeitig 2013'", sagte Laufenberg. "Dieser Satz ist heute konterkariert worden. Professor Quander, der eigentlich bei dieser Konferenz hätte dabei sein sollen, hat mir einen Brief geschickt."

Streit um das Budget
Es ist ein Brief ohne Fakten. Laufenberg steht mit leeren Händen da. Die Oper Köln hätte ihren Intendanten bis 2016 behalten sollen. Doch nach dem Streit mit der Stadt um das Budget war man übereingekommen, den Vertrag bis Ende 2013 vorzeitig zu beenden. Laufenberg fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. "Die Oper Köln ist ein totkranker Patient auf der Intensivstation", sagt Laufenberg. "Aber ich bin nicht dieser kranke Patient. Ich bin nur als Chefarzt hier engagiert worden, um diesem todkranken Patienten zu helfen. Wenn ein Chefarzt mit seiner Arbeit zu Ende ist und dem Patienten nicht mehr helfen kann, dann muss er das in die Hände eines andern legen. Und für mich war dieser Moment Freitagmorgen definitiv gekommen."

Der Etat der Oper Köln hat dem Intendanten nicht gereicht. Damit könne er die Verträge mit den Künstlern für die kommende Spielzeit nicht bezahlen, sagte er. Deshalb gibt es momentan keine Karten im Vorverkauf. Und jetzt auch noch ein Maulkorb: keine Zahlen mehr an die Öffentlichkeit. "Ich habe sicherlich den Fehler gemacht, und das gebe ich zu, dass ich an einem Punkt der Not im Oktober 2011 öffentlich über Zahlen geredet habe“, sagt Laufenberg. Doch derzeit hängen die 13 Produktionen der kommenden Spielzeit in der Luft. Die Verträge mit den Künstlern sind fast alle noch nicht unterzeichnet. Und die Zeit drängt. "Ich hoffe wirklich, dass die Spitzen von SPD und Grünen mit der aufgezeigten Perspektivlosigkeit mich als Person meinen und mich entfernen wollen", sagt Laufenberg. "Aber ich hoffe, dass sie, wenn ich weg bin, zügig handeln, um der Kölner Oper Perspektiven aufzutun. Sonst wird es bald in Köln keine Oper mehr geben.“

Kulturdämmerung über Köln - das ist nur ein Beispiel für den Kampf der Kulturschaffenden in ganz Deutschland. Wird die Oper Köln in Kürze ein Phantom sein?

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Mediathek
© dpaVideoDas Gespräch mit Bernd Loebe, Intendant Oper Frankfurt (24.04.2012)
Schwerpunkt
© prKulturinfarkt
Autoren-Thesen mischen Kulturbetrieb auf