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© dpa Lupe
Wir alle sind Opfer: der Politik, des Marktes, der Umstände.
Opfergesellschaft
Werden wir alle unterdrückt?
Der Begriff Opfer ist mittlerweile zum Schimpfwort geworden, wenn sich Jugendliche mit dem Ausspruch "Du Opfer!" diskreditieren. Auf kaum einen Umstand stürzen Medien sich so bereitwillig wie auf den, ein Opfer gefunden zu haben. Leben wir in einer Opfergesellschaft?
"Wenn man die deutsche Geschichte von den Opfern her erschließt, verschwimmen mit den Taten die Täter zur Unkenntlichkeit. Und damit verschwindet auch die Frage nach Verantwortlichkeit, historisch wie persönlich", schrieb der Soziologe Harald Welzer über die historischen Debatten der deutschen Erinnerungskultur. Leben wir in einer Opfergesellschaft? Wir alle sind Opfer: der Politik, des Marktes, der Umstände. Die Wiener Stadtzeitung "Falter" brachte kürzlich die Opferlust als Titelgeschichte und erntete heftige Reaktionen. "Niemand will mehr etwas opfern, aber immer mehr Menschen beanspruchen, ein Opfer zu sein. Was mit Scham verbunden war, ist zur Gier geworden", sagt die Autorin Kirstin Breitenfellner.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
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Das Gespräch mit der Autorin Kirstin Breitenfellner (20.04.2012)