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Ein Spionage-Museum als Gedenkstätte? Im ehemaligen KGB-Gefängnis Potsdam gibt es jetzt eine Dauerausstellung, doch die beleuchtet in erster Linie die Arbeit des KGB, sagen Kritiker. Die Einzelschicksale der Opfer, als Jugendliche wegen vager Verdachtsvorwürfe auf grauenvollste Weise eingesperrt und gefoltert, bevor man sie in sibirische Gulags verschleppte, kommen zu kurz. Zur Ausstellungseröffnung am 18. April 2012 protestierte der Gedenkstättenverein unter dem Motto "Gedenkstätte Ja! - KGB-Museum Nein!".
In dem ehemaligen evangelischen Pfarrhaus unweit des Schlosses Cecilienhof hatte der sowjetische Geheimdienst zwischen 1945 und 1994 eine unbekannte Anzahl von Menschen inhaftiert. Die neue rund 1000 Quadratmeter große Dauerausstellung umfasst rund 400 Fotos, Dokumente und Medienstationen dazu. Dabei werden insgesamt 50 Häftlingsschicksale exemplarisch dargestellt. Für die Realisierung haben Bund und Land knapp 800.000 Euro zur Verfügung gestellt.
"Offensichtlich gehen die Erwartungen auseinander", resümierte Reich den Streit am Rande der Eröffnung. "Wir wollten ein modernes zeithistorisches Museum, andere eher ein Mahnmal." Reich bekräftigte ihr Angebot einer weiteren Zusammenarbeit. Für die Zeitzeugen-Initiative erklärte hingegen der ehemalige Häftling Bodo Platt bei einer Pressekonferenz in der nahegelegenen Villa Quandt: "Ziel war, uns auszugrenzen." In der Dauerausstellung fehle "der Mensch".