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Kulturzeit heute
21. Mai 2013
Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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Video
Michael Buback will wissen, wer seinen Vater erschossen hat.
Kulturzeit extra: Buback
Ein Dokumentarfilm von Katja und Clemens Riha
2010 begann in Stuttgart-Stammheim der Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker. Hat sie Generalbundesanwalt Siegfried Buback erschossen? Sein Sohn Michael Buback, der im Prozess als Nebenkläger auftritt, will die Wahrheit wissen. Die Autoren Katja und Clemens Riha haben ihn 18 Monate begleitet. Ihr Dokumentarfilm zeigt einen Mann, der in seinem Vertrauen in die Bundesrepublik und ihre Institutionen tief erschüttert ist.
Bereits 2008 gab Kulturzeit den Film "Buback und die schwierige Suche nach der Wahrheit" in Auftrag. Bubacks Recherchearbeit war ein wichtiger Baustein für die Aufnahme der Ermittlungen gegen Verena Becker. Als sie angeklagt wurde, entschied die Redaktion, Michael Buback vor Gericht zu begleiten. Bimedial entstand ein gefilmtes Prozess-Tagebuch mit bislang zwölf Teilen à ca. sieben Minuten und zum anderen ein umfassender Online-Auftritt. Exklusiv für Kulturzeit.de schreibt Michael Buback in "Buback bloggt" detailliert über jeden einzelnen der bislang weit über 70 Verhandlungstage und gibt dem Leser so Gelegenheit, sich intensiv mit seiner Argumentation auseinander zu setzen und diese zu kommentieren.

Welchen Grund haben sie zu schweigen?
Michael Buback ist sich sicher: Es gibt Organe des Staates, die wissen, wer seinen Vater erschossen hat. Welchen Grund haben sie zu schweigen? Hielt jemand eine "schützende Hand" über Verena Becker, weil sie schon vor der Tat für den Verfassungsschutz arbeitete? Die Situation ist äußerst belastend für ihn: Auch, weil er das Gefühl hat, dem Rechtsstaat, dem sein Vater gedient hat, nicht mehr vertrauen zu können.

Kulturzeit misst dem Verfahren gegen Verena Becker eine exemplarische, gesamtgesellschaftliche Relevanz bei. In diesem Prozess geht es nicht um eine bloße Fußnote zur RAF-Historie. Es geht darum herauszufinden, inwiefern die Institutionen der Bundesrepublik eine Mörderin der strafrechtlichen Verfolgung entzogen haben. Eine Frage, die geeignet ist die Grundfesten dieses Rechtsstaates zu erschüttern und seit dem Herbst 2011 eine noch drängendere Bedeutung erhalten hat: Denn da zeigte sich, dass die unterschiedlichen Verfassungsschutzbehörden die Morde des "Nationalsozialistischen Untergrunds" nicht haben verhindern können. Ihr Vorgehen scheint in einer bedenklichen Kontinuität zur RAF-Zeit zu stehen.

Kulturzeit sieht deshalb die Institutionen dieses Staats in einer besonderen Pflicht, den Mord an Siegfried Buback nach 35 Jahren endlich aufzuarbeiten. Dabei mögen sich manche von Michael Bubacks Schlüssen als falsch erweisen. Manche Fragen wiederum werden nie beantwortet werden. Aber es ist wichtig, dass sie gestellt werden. Die Spannung zwischen der Suche nach historischer Wahrheit und der vor Gericht darstellbaren Wahrheit ist der Motor des Films.

Im Dokumentarfilm kommen ehemalige Terroristen, Verfassungsschützer und Augenzeugen zu Wort, die seine Thesen stützen - viele von ihnen brechen nach 30 Jahren zum ersten Mal ihr Schweigen. Das "Kulturzeit extra" wird kurz vor dem absehbaren Ende des Prozesses ausgestrahlt. Es ist ein Film mit offenem Ausgang.

Sendedaten
"Kulturzeit extra: Buback"
Montag, 02.04.2012
ab 22.55 Uhr auf 3sat

Wiederholung:
15.12.2012, um 18 Uhr auf zdf.info
ZDF-Mediathek
Buback - Die Suche nach Wahrheit
Der Beitrag vom 15.12.2012 auf zdf.info
Kommentar
"Unser Drama"
Kommentar von Armin Conrad
zum Becker-Prozess
RAF
Der Prozess
Michael Bubacks filmisches Stammheim-Tagebuch
Blog
© dpaBuback bloggt
Kulturzeit extra
Wer erschoss Siegfried Buback?
Die Suche nach der Wahrheit (2008)