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SENDUNG vom 27.06.2016
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Radio von Stotternden für alle - geht das?
"Schöner Stottern"
Eine außergewöhnliche Radiosendung
Enrico Strathausen und Armin Steigenberger moderieren eine Radiosendung. Das Außergewöhnliche: Beide stottern. Aber das hält sie nicht davon ab - im Gegenteil. Ganz bewusst präsentieren sie Stottern der Öffentlichkeit und brechen ein Tabu. Denn zu den Medien haben Stotternde in der Regel keinen Zugang.
"Die Grundidee ist, dass wir das Stottern hörbar machen wollen", sagt Armin Steigenberger. "Wir wollen zeigen, dass es uns gibt, und dass dadurch vielleicht ein Stück Normalität einkehrt. Dass man dann spürt: Sie sind da und lassen sich nicht mehr wegdiskutieren." Das Phänomen Stottern kann gar nicht umfassend und komplex genug betrachtet werden - vor allem aus der Perspektive der Betroffenen. Denn meistens sind Stotternde nur Objekt. In Spielfilmen werden sie oft als Deppen dargestellt.

"Man muss viel loslassen"
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Armin Steigenberger (links) und Enrico Strathausen.
"Ich glaube, der Punkt ist, dass Stottern in der Gesellschaft noch so negativ konnotiert ist", sagt Strathausen. "Es herrschen unheimlich viele Vorurteile gegen Stotternde. Dem muss man einfach etwas Positives entgegensetzen. Und das funktioniert nur, wenn man Stottern 'neu anzieht', indem man es einfach schöner macht." "Schöner Stottern" heißt die Radiosendung - selbstbewusst und nicht ohne Ironie. Sie macht Stottern zu einem gesellschaftlichen Thema. Im Zentrum steht der Kontrollverlust, der in unserer Gesellschaft hart geahndet wird. "Man muss zuerst einmal viel loslassen", sagt Steigenberger, "diesen ganzen Kontrollapparat, der sagt: Mach dies nicht, mach das nicht, und diesen Selbstbeobachter, der immer sagt: Du musst jetzt gefasst sein und ordentlich dasitzen. Man muss solche gesellschaftlichen Muster ein Stück weit ablegen, damit man lockerer wird und dadurch auch spontaner."

"Es ist eine vertrackte Sache und nervig, einfach hängen zu bleiben und zu wissen, es kommt jetzt gerade nicht raus", beschreibt Enrico Strathausen die Situation als Stotternder. "Auf der anderen Seite werden dadurch auch andere Prozesse ausgelöst, dass man schaut: Was passiert denn da in der Kommunikation." Jeden fünften Donnerstag im Monat sind die beiden von 20 bis 21 Uhr live auf Sendung. Dann kann man anrufen und mitmachen - als Stotternder und Nichtstotternder.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Link
Die Sendung "Schöne Stottern" auf Radio Lora