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Moderatoren
Video-Porträt
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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© ap Video
Griechenland streikt und protestiert.
Protestwelle
Europas Bürger gehen auf die Straße
In vielen Teilen der Welt gärt es, der Bürgerwut-Virus verbreitet sich über neue Medien in Sekundenbruchteil - schlechte Nachrichten für Despoten, Scheindemokraten und gierige Finanz-Spekulanten. Die Menschen lassen sich nicht mehr alles gefallen. In Griechenland gehen tausende Menschen auf die Straße und legen den öffentlichen Verkehr lahm. Die spanischen Demonstranten haben für den 15. Oktober 2011 einen europäischen Aktionstag ausgerufen.
Griechenlands Jugend hat es satt. Sie empören sich. Seit Wochen trifft der harte Sparkurs der Regierung vor allem sein größtes Kapital, die Jugend. Die junge Generation ist verzweifelter denn je. Ausgerechnet hier, wo Europa geboren wurde, spült die Schuldenkrise zu Tage: Da wurde schon lange vor der Wirtschaftskrise gespart. Am heftigsten bei der Bildung. Das rächt sich nun. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei mehr als 40 Prozent. Das Land gibt weniger als jedes andere europäische Land für Bildung aus.

Gegen Sparkurse, Banken und Arbeitslosigkeit
"Empört euch!", rief im Oktober 2010 der frühere französische Widerstandskämpfer Stéphane Hessel. Seine Landsleute sollten sich an die Ideale der Résistance erinnern und sich gegen wachsende Ungleichheit in ihrer Gesellschaft stemmen. "Indignados", die "Empörten", nannten sich die, die zuerst auf die Straße gingen. Spaniens Jugend wollte vor allem, dass man sie nicht vergisst. Im Frühjahr 2011 protestierten sie gegen den radikalen Sparkurs der Regierung, gegen die Politik der Banken und die extrem hohe Arbeitslosigkeit. Spaniens Arbeitslosenquote ist mit über 20 Prozent die höchste in ganz Europa.

Mitten im Herzen Tel Avivs forderten Demonstranten im September 2011 ein sozial gerechteres Israel. Am Anfang war es ein Zelt, dann zwei, dann Hunderttausende. Der "Marsch der Millionen" war die größte Protestwelle, die das Land je erlebt hat. Europas Jugend hatte lange nicht mehr so viel Grund, sich zu empören. Sie protestiert zu Recht. Und es werden immer mehr. Der Sprengstoff liegt auf der Straße.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Mediathek
Das Gesprächsgast mit dem Politikwissenschaftler und Mitglied im Attac-Koordinierungskreis, Aleksis Passadakis (05.10.2011)