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Moderation
Video-Porträt
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© dpa Lupe
Es gehe ihm gut, sagt Ai Weiwei der Presse vor seiner Haustür.
Freiheit unter Aufsicht
Ai Weiwei: auf freiem Fuß, aber unter Hausarrest
Nach mehr als zweieinhalb Monaten wurde Chinas unliebsamer Regierungskritiker Ai Weiwei aus der Haft entlassen - doch nicht in die Freiheit. Gegen Zahlung einer Kaution in unbekannter Höhe durfte er wieder in seine Pekinger Wohnung zurückkehren.
Es gehe ihm gut, sagt er der Presse vor seiner Haustür. Allerdings dürfe er nicht mehr sagen, da er nur auf Kaution frei sei und sich noch in einem schwebenden Verfahren befinde. Nicht nur das. Jede öffentliche Äußerung, die mit seiner Verhaftung zu tun hat, ist dem Künstler untersagt. Ein Jahr lang darf er nicht die Stadt verlassen - muss seinen Reisepass abgeben. Damit wurde einer der kühnsten Regimekritiker Chinas mundtot gemacht. Denn Ai Weiweis Leben innerhalb des Regims und die öffentliche Auseinandersetzung damit sind wesentlicher Bestandteil seiner Kunst.

Warum jetzt?
Auch der Zeitpunkt seiner Freilassung wirft Fragen auf. Am 27. Juni 2011 reist der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao nach Deutschland und trifft sich mit Angela Merkel. Es reist sich angenehmer ohne das Bild eines inhaftierten Regimekritikers - und es verhandelt sich auch leichter. Musste Ai Weiwei Zugeständnisse an die chinesische Regierung machen? Zugeständnisse, die nicht nur sein Schweigen sicherstellen, sondern auch einen öffentlichen Prozess verhindern. Über die Umstände seiner Haft drang bislang kein Wort an die Öffentlichkeit. Kaum einer setzte sich bislang so für Rede- und Meinungsfreiheit ein wie dieser chinesische Künstler. Wie wird er in Zukunft unter diesem Verdikt arbeiten können? Die Mitarbeiter seiner chinesischen Holzwerkstatt dürfen - ja sollen -sogar weiter produzieren. Doch was gilt Marktfreiheit ohne Kunstfreiheit?

Wie ernst ist es den Chinesen mit der Freilassung ihres wohl größten Kritikers? Und welche Rolle spielt der Westen? Ai Weiweis Verschleppung Anfang April 2011 sorgte für Empörung. Politiker, Kunstschaffende forderten lautstark "Free Ai Weiwei", doch die Wirtschaftsbeziehungen zu der Großmacht wollte dabei so wirklich keiner aufs Spiel setzten. Protest ja - aber keine Betriebsstörungen.

Sendedaten
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Schwerpunkt
Was passiert mit Ai Weiwei?
Mediathek
© reutersVideoStimmen zu Ai Weiweis Freilassung
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Da Kulturzeit-Gespräch mit dem Sinologen Tilman Spengler (24.06.2011)