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20. Juni 2013
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Bei Cécile Schortmann lässt gute Kunst alle Sinne vibrieren. Aber auch tolle Musik berührt unsere Moderato-
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© reuters Lupe
"Die Türkei ist bereit, Ziel 2023", heißt es auf Recep Tayyip Erdogans Wahlplakaten.
Für eine selbstbewusste Türkei
Erdogan steht vor der Wiederwahl
Am 12. Juni 2011 wird Recep Tayyip Erdogan wohl wieder gewählt. Seine Bilanz ist blendend: Unter seiner Ägide schoss die Türkei von Platz 25 auf Platz 17 in der Liste der größten Volkswirtschaften der Welt. Erdogan will, dass die Türkei zur EU gehört. Und Europa braucht diese Turbo-Türkei. Aber sein Wahlsieg wird eines nicht lösen: die Identitätskrise eines immer noch tief gespaltenen Landes.
Nach wie vor gären die Konflikte zwischen frömmelnden Kleinbürgern aus Anatolien und postmodernen, urbanen Mittelschichten. Die alte Elite der türkischen Republik, deren Verfassung die Trennung von Staat und Religion festsetzt, misstraut Erdogans AKP. Zu Unrecht? Tatsächlich werden in vielen Unternehmen die Führungspersonen von Frauen besetzt. Und an Universitäten sitzt auf jedem vierten Lehrstuhl eine Frau - wenn auch mit Kopftuch. Laizismus und Islam prallen hier dicht aufeinander.

Die Türkei - ein moderner Staat?
Und dann auch noch das: Moscheen sollen frauenfreundlicher gestaltet werden, weibliche Gläubige zum Moscheebesuch ermutigt werden. Ausgerechnet im Namen der konservativen Diyanet - der staatlichen Religionsbehörde - werden die Männer aufgefordert, den Frauen Platz zu machen. Dennoch: 40 Prozent der Frauen in der Türkei werden Opfer physischer oder sexueller Gewalt. Meist kommen die Täter aus der eigenen Familie. Ist die Türkei ein moderner Staat? Aber ja. Recep Tayyip Erdogan ist Ministerpräsident der Türkei und neuerdings auch Außenstelle deutscher Bildungspolitik. Klar, Deutschland ist der viertgrößte Wahlkreis der Türkei. In Deutschland zu Hause zu sein, heißt gleichzeitig Türke sein. Im Februar 2011 wirbt Erdogan mit den Worten: "Ich möchte, dass unsere Kinder deutsch lernen. Sie sollen aber zuerst die türkische Sprache lernen. Sie sollen auf die Universität gehen und ihren Doktor und Master machen."

Erdogan spricht in seiner Kampagne von einem "Wendepunkt für die türkische Demokratie". Das tut einer, der schaltet und waltet, wie es ihm passt. Karikaturisten, die ihm keinen Respekt zollen, werden verklagt. Regimekritische Journalisten wandern ins Gefängnis. 68 sind es bis heute. Und nach seiner Wiederwahl sollen Filter im Internet den Türken den Zugang zu gewissen Seiten blockieren. Erst im April 2011 hatte Erdogan nahe der armenischen Grenze das Denkmal der Menschlichkeit abreißen lassen - weil es ihm missfiel. Das Monument stand für eine Annährung zwischen Türken und Armeniern. Laut der letzten Meinungsumfragen werden 50 Prozent aller Türken für Erdogan stimmen - weil er seinen Landsleuten am Ende das gibt, wonach sie sich alle sehnen: eine selbstbewusste Türkei.

Sendedaten
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Das Kulturzeit-Gespräch mit Kai Strittmatter, Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Istanbul (10.06.2011)
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