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Video-Porträt
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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© colourbox Lupe
Bleiben Frauen tatsächlich ständig unter ihren Möglichkeiten?
Selbst schuld?
Eine Debatte um die Frauenquote ist entbrannt
Feste Frauenquoten für die Top-Etagen der Wirtschaft oder doch eine eher unverbindliche, flexible Lösung? Diese Frage entzweit zur Zeit das Bundeskabinett. Ursula von der Leyens Vorstoß für eine gesetzlich verpflichtende Frauenquote wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder torpediert. Von der Leyen rudert zurück - doch die Diskussion ist in Deutschland längst entbrannt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am 2. Februar 2011 klargestellt, dass es eine gesetzlich festgelegte Quote nicht geben wird. Sie will den Unternehmen noch eine Chance geben, ihre "guten Absichten" im Bezug auf eine Frauenquote umzusetzen. Merkel erteilte damit einem Vorstoß der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine klare Absage. Die CDU-Politikerin hatte für die Einführung eines festen 30-Prozent-Schlüssels in Vorständen und Aufsichtsräten plädiert, der auch mit Sanktionen durchgesetzt werden sollte. Von der Leyen räumte daraufhin ein, dass eine verbindliche Quote derzeit nicht durchsetzbar sei.

Die Debatte erhitzt auch die Gemüter in den Redaktionen. Der "Spiegel" fasst sich, durch sein Titelthema sensibilisiert, an die eigene Nase und berät, ob er eine Frauenquote im Verlag einführen soll. Viele Intellektuelle und Wirtschaftsgrößen melden sich zu Wort. Unter ihnen ist auch die ehemalige Chefredakteurin der "taz", Bascha Mika, die gerade das Buch "Die Feigheit der Frauen" veröffentlicht hat. Sie sagt: "Wir Frauen bleiben ständig unter unseren Möglichkeiten und vergeuden unsere Potenziale - im persönlichen Bereich wie im gesellschaftlichen." Gut ausgebildete Frauen "wissen alles, können alles. Doch wir nutzen es nicht", so Mika in der "Welt". Sind nun die Frauen selbst schuld an dem homöopathischen Anteil von Frauen in Führungspositionen? Kann nur noch eine gesetzliche Frauenquote helfen? Oder reicht eine gesetzliche "Pflicht zur Selbstverpflichtung", wie Bundesfrauenministerin Kristina Schröder sie fordert?

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buchtipp
Bascha Mika
"Die Feigheit der Frauen. Rollenfallen und Geiselmentalität. Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug"
C. Bertelsmann 2011
ISBN-13: 978-3-570-10070-7
Mediathek
© dpaVideoDas Gespräch mit der ehemaligen "taz"-Chefredakteurin und Autorin Bascha Mika (04.02.2011)