Aufgeladen ist stattdessen die Stimmung: In Bern und Zürich gab es Proteste gegen das Abstimmungsergebnis. Die Wut vieler Bürger richtete sich auch gegen die SVP, die den Vorstoß auf den Weg gebracht hatte. Bereits im Vorfeld hatte die Politsatire "Olaf" dafür geworben, Kriminelle gar nicht erst kriminell werden zu lassen, sondern sie gleich zu markieren und auszuschaffen. Andreas Heusser, Aktionskünstler aus Zürich, hat die Aktion ins Leben gerufen. Er nahm die Argumente der SVP wörtlicher als die SVP selbst. "Sie sind quasi ununterscheidbar von den Argumenten der SVP", sagt er. "Wir haben das zum Teil 1:1 übernommen und weil es im Kontext dieser fiktiven Organisation, steht, merkt man eigentlich, wie lächerlich das Ganze ist." Dennoch feiert die SVP jetzt ihren zweiten Triumpf mit einem ausländerpolitischen Volksbegehren: Noch 2009 hatten die Eidgenossen für ein Bauverbot für Minarette gestimmt. Ausgerechnet im Mutterland der Demokratie scheint sich rechte Stimmungsmache gegen Minderheiten durchzusetzen. Oder hat das Volk einer "fatalen Sehnsucht nach Idylle" nachgegeben?